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| 14:30 Uhr

Kultur trifft auf Freizeitsport
Musik-Genuss per Rad erkundet

 Simone Hunziker und Fabian Piller aus Solothurn (Schweiz) verbringen derzeit in Cottbus einen Fahrradurlaub. Sie waren von der Veranstaltung begeistert.
Simone Hunziker und Fabian Piller aus Solothurn (Schweiz) verbringen derzeit in Cottbus einen Fahrradurlaub. Sie waren von der Veranstaltung begeistert. FOTO: Michael Helbig
Ungefähr 500 Teilnehmer fuhren am Sonntag beim beliebten Fahrradkonzert mit.

. Bereits zum 7. Mal hatte der Stadtmarketing- und Tourismusverband Cottbus am Sonntag zum Fahrradkonzert eingeladen. Rund 500 Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, trotz des anfangs regnerischen Wetters, die Landschaft rund um Cottbus mit dem Drahtesel zu erkunden und an lauschigen, zum Teil unbekannten Plätzen in der Natur musikalische Darbietungen verschiedener Gruppen und Solisten sowie unterschiedlicher Stilrichtungen von Jazz bis Klassik zu erleben.

Startpunkt der 37 Kilometer langen Strecke war diesmal am Bahnhof Park & Schloss Branitz der Cottbuser Parkeisenbahn. So wurden die Teilnehmer hier von Gabi Grube, der Chefin des Stadtmarketingverbandes, per Megafon und mit Liebesliedern fürs Fahrrad der Band Unnivitho auf die Reise geschickt. Auf der Parkbühne Kahren gab es Blues und Rock mit Florian Escherlor und Sascha Rother. Hier lauschten auch Gabriele Leschin aus Spremberg und ihre Kiekebuscher Freundin, die bereits zum sechsten Mal beim Fahrradkonzert dabei war, der Musik. „Diese Veranstaltung gefällt uns immer wieder gut. Das Radeln in der Natur ist sehr schön, und es gibt an den einzelnen Stationen recht verschiedene Musikrichtungen, die man sonst nicht so oft hört“, erzählte Gabriele Leschin begeistert. Auch die sechzehnjährige Lina Grenschke aus Cottbus war von der musikalischen Radtour sehr angetan. „Ich war im vergangenen Jahr schon dabei, ich bewege mich gern und fahre gern Rad. Außerdem ist es schön, zwischendurch Musik zu hören.“

Folk-Musik bot das Trio „Lamiks Tura“ im Waldhotel Roggosen. Die Musikanten hatten auf Grund des regnerischen Wetters ihr Konzert in den Gastraum des Waldhotels verlegt, und die offenen Türen sorgten dafür, dass die Radler bei Gegrilltem der Musik lauschen konnten. Hier machten auch Simone Hunziker und Fabian Piller aus dem schweizerischen Solothuran Station. Sie verbringen derzeit einen zehntägigen Fahrradurlaub in Cottbus und haben schon das Lausitzer Seenland, zum Beispiel Spremberg, Senftenberg, Hoyerswerda, aber auch Bad Muskau, mit dem Rad erkundet. „Als Geografen interessieren uns die von Menschen gemachten Kulturlandschaften und deren Veränderungen. Es gibt da eine enorme Ästhetik. Berge brauchen wir nicht suchen, die haben wir selbst. Uns interessieren vor allem Städte in Ostdeutschland“, erzählte Fabian Piller. Seine Begleiterin Sabine Hunziker fügte hinzu: „Von dem Fahrradkonzert haben wir im Internet erfahren, als wir uns über unsere Urlaubsregion informiert haben. Wir finden das eine schöne und lustige Idee. So etwas gibt es in der Schweiz – noch – nicht.“

Klassik und Rock

In der Sergener Dorfkapelle verzauberten Dieter Gebauer an der Orgel und Engin Özdemir mit der Flöte die Besucher mit klassischen Stücken, während es auf der Parkbühne in Neuhausen rockig zuging. Hier spielte die Band „Crazy Cat & The Rockets“ aus Cottbus. Am Teehäuschen in Frauendorf zelebrierten Michael Apel, Thomas Pöschel und Beate Dittmann-Apel ein Fontaneprogramm, während im Kunsthof Krüger in Komptendorf Silke Krause (Akkordeon) und Lars Födisch Jazz und Bossanova boten.

Ein Erlebnis der etwas anderen Art bot der Zwischenstopp in Koppatz. Auf dem ersten Swingolf-Platz des Landes Brandenburg gab Betreiber Roland Elster, der die Idee des Swingolfens, im Jahr 2013 in Koppatz umgesetzt hatte, einen Einführungskurs in die vom „großen“ Golfspiel abgeleitete Mini-Variante. Bei diesem Spiel messen die Golflöcher 30 Zentimeter im Durchmesser und sind fast von jedem Spieler zu treffen, erklärte Roland Elster, während „Reini“ die Gäste mit seiner Diskomusik unterhielt.

Nach beschwingten 37 Kilometern endete das diesjährige Fahrradkonzert schließlich auf dem Hof der Gutsökonomie des Schlosses Branitz. Hier gab es ab 17 Uhr das Abschlusskonzert, und es spielte das Musikkollektiv „Trio Scho“ auf, zu deren Repertoire unter dem Motto „Russische Seele auf Pop“ russische Lieder der Zwanziger, Swing und Bossa Nova gehören.