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| 18:08 Uhr

Fahrradkonzert
Vom Sandow zur Dakota-Ranch

Beliebtes Fotomotiv in Branitz: Schauschmied Erhard Merkel.
Beliebtes Fotomotiv in Branitz: Schauschmied Erhard Merkel. FOTO: Marion Hirche
Cottbus/Spree-Neiße. 500 Teilnehmer erradeln sich beim sechstes Cottbuser Fahrradkonzert acht Stationen.

Das Fahrradkonzert in Cottbus und Umgebung erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Am Sonntag fand die sechste Auflage dieser Drahteseltour mit Kunstgenuss statt. Schon  eine Stunde nach dem Auftakt am Bahnhof Sandower Dreieck der Parkeisenbahn konnte Claudia Fröhner vom Tourismusverein Cottbus verkünden: „Wir sind ausverkauft.“

Zu den Teilnehmern gehörte auch Sieglinde Müller von der Gaststätte „Zur Linde“ in Zahsow: „Ich wollte mal gucken, wie andere Gastgeber das machen. Im letzten Jahr war ja meine Gaststätte eine Fahrradkonzertstation“. Lutz Schmidt von der „Bauernstube“ in Schmellwitz freute sich: „Am 2. Oktober habe ich die beiden mit der ganzen Jindrich-Staidl-Kapelle bei mir.“

Den Teilnehmern hat’s Spaß gemacht.
Den Teilnehmern hat’s Spaß gemacht. FOTO: Marion Hirche

Weiter ging es zum Gut Branitz, wo ein Film über das Cottbus der 70er-Jahre wartete. „Wir mussten fünf statt der vorgesehen drei Vorführungen machen, und es war immer voll“, berichtete  Markus Grube vom Organisationsteam. Im Film erkannten die Zuschauer viel Bekanntes. „Es ist doch schade, dass unser Sternchen weggerissen wurde. Im Film war gut zu sehen, dass damals nach der Fertigstellung genauso eine Brache davor war wie heute“, war zu hören. „Fahrrad fahren und Kultur erleben und das bei diesem Wetter – das ist optimal. Deshalb sind wir hier und fanden den Film toll“, schwärmten Roland und Roswitha Knappe und machten sich weiter auf den Weg zur Parkschmiede am Branitzer Park. Hier wechselten Ambossklänge von Schauschmied Erhard Merkel aus Friedrichshain mit den Vibraphonklängen von Oli Bott ab. Annegret Mulka ließ sich zur Musik die Melone auf der weiß gepunkteten roten Decke schmeckten und freute sich, mit ihren Freunden unterwegs zu sein: „Ich war 2017 schon dabei und das hat mir gut gefallen. Hier lernt man die Gegend kennen, dazu die Kultur, das ist super“.

Auf der Terrasse der Vereinsscheune Haasow war kein freier Platz zu haben, deshalb breiteten viele ihre Decken aus. Hier gab es nicht nur Musik, sondern passend zum Umfeld sportliche Artistik: Stimmlich und mit ihrer Gitarre verwöhnte Felice die Zuhörer, dazu  jonglierte Cortes Young mit Bällen, Keulen und Schlagstöcken. An einigen Stellen klinkte sich der junge Mann auch musikalisch am Schlagzeug ein. „Sag mir, wo die Blumen sind“ sorgte für Gänsehautgefühle bei den Zuhörern. Die  Sportfreunde verwöhnten die Radler mit Bratwurst, Steak und Bouletten, Gastwirt Wolfgang Moritz hatte auch genügend Getränke bereit gestellt.

Felice und Cortes Young verzauberten ihr Publikum in Haasow.
Felice und Cortes Young verzauberten ihr Publikum in Haasow. FOTO: Marion Hirche

Von der Popsong-Station führte der Weg zur Musikkirche nach Kathlow. Hier musizierten Engin Özdemir mit seiner Flöte und Dieter Gebauer am Piano. Die Kirche war bei allen vier Konzerten bis auf den letzten Platz gefüllt. Jeder wollte Bach, Händel und Co. hören. Danach ließ sich so mancher einen Hotdog schmecken. Der wurde in frisch aus dem Dorfbackofen geholten Brötchen gereicht. „Es ist zwar Stress, aber man kann sich auf unsere Leute verlassen“, freute sich Ortsvorsteher Olaf Wieder. Überhaupt ist es den vielen freiwilligen Helfern zu verdanken, dass beim Fahrradkonzert alles reibungslos ablief.

Auch im Freilichtmuseum „Zeitsprung“ am Klinger See klappte alles: Die Feuerwehr servierte aus der Feldküche Erbsensuppe. Die schmeckte auch Uwe Hoßfeld aus Cottbus. Der frühere „Spreewälder Gurkengriller“ stärkte sich hier in unmittelbarer Nachbarschaft zum Mammutmodell. Zum musealen Umfeld passten auch die Mittelalterklänge auf Geige, Dudelsack und Harfe von der Gruppe „Sundayjam“ aus Berlin. Renate Geiling aus Cottbus fotografierte nicht nur das Mammut, sondern strahlte ob der schönen Sonntagstour: „Ich bin zum zweiten Mal dabei und finde das Konzept und die Organisation einfach großartig“. Die Vorsitzende der IG Klinger See war froh, dass sie bei der Veranstaltung mitgemacht haben, und auch Berndt-Rainer Ackermann vom Heimatverein Klinge freute sich über die vielen Besucher in seinem Ort: „So viele Leute waren hier wohl noch nie.“

Über das Südeck am künftigen Ostsee mit Karibik-Konservenklängen und Freiluft-Karikaturenausstellung fuhren dann auch fast alle Teilnehmer zur Endstation an der Dakota-Ranch in Schlichow und hörten dort noch Swing, Jazz und Rock’n’Roll mit „Mardi“. Über den Erfolg des sechsten Fahrradkonzert freute sich am Abend besonders Gabi Grube, Geschäftsführerin des Cottbuser Stadtmarketing- und Tourismusvereins.