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| 19:04 Uhr

BTU Cottbus-Senftenberg feiert Geburtstag
Wissenschaft zum Anfassen

Christian (8) und seine Schwester Katharina Hufert (17) experimentieren mit Heike Postelt und Stephanie Ihmann (v.l.n.r.).
Christian (8) und seine Schwester Katharina Hufert (17) experimentieren mit Heike Postelt und Stephanie Ihmann (v.l.n.r.). FOTO: Michael Helbig
Cottbus . Die BTU Cottbus-Senftenberg feiert 5. Geburtstag. Vormittags gab es Kuchen, am Nachmittag Experimente für Jung und Alt. Von Josephine Japke

Waschpulver, Zitronensaft, Spülmittel und Backpulver stehen vor dem achtjährigen Christian Hufert auf dem Tisch. „Doch was davon ist jetzt eigentlich sauer?“, fragt Chemie-Studentin Stephanie Ihmann. Zitronensaft ist klar, aber der Rest? Das soll Christian in einem einfachen Experiment selbst herausfinden.

Während am Vormittag auf dem Campus der BTU Cottbus-Senftenberg noch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD) zum Geburtstag gratulierten und feierlich die Torte anschnitten, kamen am Nachmittag Wissbegierige aller Altersklassen vorbei, um Naturwissenschaft hautnah zu erleben.

Im Rahmen der Kinder-Uni erklärt Stephanie Ihmann deshalb Christian und seiner 17-jährigen Schwester Katharina, wie man herausfinden kann, welche Haushaltsmittel sauer und welche basisch sind. „In den Rotkohlsaft geben wir mit der Pipette einen Spritzer von jeder Flüssigkeit, die du auf ihren Säuregehalt testen willst“, erklärt die Studentin und Christian macht nach. Und siehe da: Die Reagenzgläser verfärben sich der Reihe nach von rot (sauer) bis blau zu gelb (basisch).

„Wir machen hier Chemie mit Kindern, aber ohne Chemikalien, sondern mit ganz normalen Haushaltsmitteln“, erklärt Stephanie Ihmann. Die Kinderuni Cottbus ist für sie ein voller Erfolg, denn vor Anfragen von Grundschulen und Kindergärten können sie sich kaum noch retten. „Es ist eine tolle Möglichkeit, die Kindern schon früh für Naturwissenschaften und das Forschen zu interessieren“, sagt sie. Und das werde angesichts der sinkenden Einschreibungen für naturwissenschaftliche Fächer immer wichtiger.

Die 17-jährige Katharina hat sie dabei schon längst auf ihrer Seite. „Ich möchte selbst mal Medizin studieren und da ist Chemie und Biologie super wichtig“, erklärt die Schülerin. Die Kinderuni findet sie toll, um mit diesen Fächern in Berührung zu kommen und nebenbei viel zu lernen.

So sieht das auch Heidemarie Morgenstern. Nur, dass sie nicht an der Kinder-, sondern an der Seniorenuniversität teilnimmt. „Es ist eine schöne Beschäftigung, man trifft viele Leute, mit denen man die gleichen Interessen hat und kann so auch Freundschaften schließen“, erklärt die Cottbuserin. Noch viel wichtiger ist ihr allerdings ein weiterer Aspekt: „Man muss im Alter nicht nur den Körper fit halten, sondern auch den Kopf. Dafür ist die Seniorenuni einfach klasse“, sagt sie.

Computeranwendungen, Sprachkurse, Smartphone-Umgang, Gartenbau, Kunstveranstaltungen und vieles mehr werden an der Seniorenuni angeboten. Reinhard Skordun aus Forst entschied sich für einen Kurs zur Computertechnik. „Auch als Rentner muss man an der Materie dranbleiben. Man hat ja nie ausgelernt“, sagt er.

Auch wenn in Sachsen die Ferien und damit die offizielle lernfreie Zeit schon begonnen hat, sind an diesem Nachmittag Joyce (13) und Jared (9) aus Kamenz da. Allerdings nicht, um bei den naturwissenschaftlichen Experimenten mitzumachen, sondern um etwas über die Uni und das Studentenleben zu erfahren. Am besten geht das durch das Campusspiel im Stile von Monopoly. Was ist Erasmus und was ein Modul? Und wie viele Sportkurse gibt es? Die Kinder sollen raten, Laura Weichhold und Aaron Buhrmann vom College der BTU kennen die Antwort.

„Wir waren selbst mal Schüler und wissen genau, welche Probleme und Gedanken man sich im Abitur macht“, erklärt Laura Weichhold. Doch wer planlos ist, dem kann geholfen werden, so die Studentin. Sowohl in der Kinderuni, als auch am College und der Seniorenuni.

Helga Grzysczak mit ihren Enkeln Joyce (13) und Jared (9) auf der Geburtstagsveranstaltung der BTU.
Helga Grzysczak mit ihren Enkeln Joyce (13) und Jared (9) auf der Geburtstagsveranstaltung der BTU. FOTO: LR / Josephine Japke