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| 02:34 Uhr

4:1 in Cottbus – Der HSV lacht sich kaputt

Die B-Junioren von Energie Cottbus (Felix Klaka, l.) gewährten dem Hamburger SV zu viele einfache Tore und unterlagen 0:4.
Die B-Junioren von Energie Cottbus (Felix Klaka, l.) gewährten dem Hamburger SV zu viele einfache Tore und unterlagen 0:4. FOTO: Beyer/sby1
Cottbus. Bessere Voraussetzungen vor der Partie gegen Tabellennachbar Hamburg hätte die B-Jugend des FC Energie kaum haben können. Mit breiter Brust nach dem 1:0-Auswärtserfolg bei Hertha BSC musste gegen einen mit nur zwölf Spielern angereisten HSV, der drei Grippegeschwächte durchschleppen musste, angetreten werden. Georg Zielonkowski/ski1

Letztlich aber setzte es die höchste Saisonniederlage, weil sich die Truppe von Matthias Kretschmer ausgesprochen gastfreundlich zeigte und den Hanseaten ein Geschenk nach dem anderen vor die Füße legte. "Es fing schon ganz blöd an", musste sich der Trainer nach dem Spiel beim Blick auf die Torfolge ärgern. "Da will ein Abwehrspieler den Ball völlig frei mit der Brust annehmen und lässt ihn fünf bis sieben Meter prallen. Auf den Fuß des Gegners, der ihn direkt einhaut." Da staunten die Hausherren zunächst mal über den Rückstand, mit dem niemand gerechnet hatte.

Mit einigen unsicheren Szenen ging es weiter, bis in der 30. Minute diese Unsicherheit zu einem absolut unnötigen Elfmeter führte, der vom HSV verwandelt wurde. Auch in den letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit fing sich der Tabellensechste Cottbus nicht, sodass die Gäste lächelnd in der Kabine verschwanden.

Wenn auch der FCE nach Wiederbeginn nun couragierter und kombinationssicherer auftrat, ergaben sich zunächst kaum Torchancen. Nach 68 Minuten wurde dann ein weiteres Geschenk verteilt. Als der Ersatztorhüter der U 16, Marvin Parchmann - die U 17 hatte der U 19 mit seinem Torwartgespann Rödig/Jäschke ausgeholfen, weil Fritz Pflug in den Profikader berufen wurde - zwar "Leo" zum Zeichen seiner Beute rief, den Ball aber vor den Fuß eines Gegners faustete, fiel das 3:0 für Hamburg.

Weil damit die Köpfe der Cottbus nun endgültig nach unten gingen, rannten die Spieler des HSV in der Folgeminute nochmals an denen vorbei und legten ganz fix zum 4:0 nach. Florian Bernhardts Ehrentreffer zwei Minuten vor dem Ende galt schließlich nur noch zur berühmten Kosmetik des Resultats.

Als wäre die Schlappe nicht genug, musste Jonas Zickert in der zweiten Hälfte verletzt vom Feld. Ihm hätte seine fünfte gelbe Karte zwar ohnehin eine Pause verpasst, seine schwere Sprunggelenksverletzung brachte ihm dagegen zunächst einen fetten Gipsfuß und wohl eine vier- bis sechswöchige Pause ein. Zwei Wochen Zeit zur Besinnung haben nun auch seine Mannschaftskollegen, die aufgrund einer Länderspielpause erst am 6. April wieder ins Geschehen eingreifen. Mit den Spielen gegen Jena und Union. Bei denen Punkte her müssen, um die U 17 nicht doch noch in den Sog der Abstiegskämpfe zu ziehen.

Für Kretschmer war die 1:4-Klatsche indes ein Stück weit heilsam: "Ich glaube doch, dass nach dem 1:0 bei Hertha einige reingegangen sind nach dem Motto: Was soll uns passieren!? Das wird zwar ein jeder wie immer bestreiten, aber die Körpersprache und die vier ganz bösen Stockfehler beweisen mir das Gegenteil. Der HSV lacht sich kaputt, er schießt viermal auf unser Tor und trifft viermal. Ausdrücklich will ich aber sagen, dass es nicht am jungen Ersatzmann im Tor lag, abgesehen von der Aktion vor dem 0:3." In der Tabelle änderte sich nichts. Hinter dem HSV rangiert man auf Platz sechs.

Die HSV-Spieler reisten übrigens mit Taxis zum Priorgraben an. Weil deren Bus vor dem Radisson-Hotel nicht ansprang. Noch mehr Verdruss gab es bei den A-Junioren des FCE, deren Spiel ausfallen musste, weil die Cottbuser U 19 den Spielort Staaken nicht erreichte. Auf der Autobahn löste sich die Kofferraum-Klappe, die auch mit Tape-Bändern nicht mehr zu fixieren war.