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Cottbuser Bücherfrühling
Außenseiter rücken in den Fokus

Sie planen einen bunten Bücherfrühling: Gert Streidt, Bibliotheks-Fachgebietsleiterin Marion Bauer, Christa Muche vom Förderverein, Uta Jacob, Ines Göbel von der Literaturwerkstatt und Steffen Krestin (v.l.).
Sie planen einen bunten Bücherfrühling: Gert Streidt, Bibliotheks-Fachgebietsleiterin Marion Bauer, Christa Muche vom Förderverein, Uta Jacob, Ines Göbel von der Literaturwerkstatt und Steffen Krestin (v.l.). FOTO: Elsner / elsner
Cottbus. IG „Bücher in Cottbus“ plant 29 Veranstaltungen im 26. Cottbuser Bücherfrühling. Von Ulrike Elsner

Außenseiter prägen das Programm des 26. Cottbuser Bücherfrühlings. Die Besucher dürfen sich auf 29 Veranstaltungen für Erwachsene, Kinder und die ganze Familie freuen. Bei der Jubiläumsausgabe im vergangenen Jahr hatte die Interessengemeinschaft „Bücher in Cottbus“ 2371 Besucher bei 32 Veranstaltungen begrüßen können.

Zur Programmvorstellung am Dienstagnachmittag in der Stadt- und Regionalbibliothek informierte Steffen Krestin, Leiter der Städtischen Sammlungen, darüber, dass die Buchhandlung Hugendubel die Interessengemeinschaft verlassen hat und die Zusammenarbeit bei der Organisation des Bücherfrühlings nicht fortgesetzt werden könne. Damit stehe das Buchhaus auch als Veranstaltungsort des Bücherfrühlings nicht mehr zur Verfügung. Im Gegenzug bahne sich  allerdings eine Zusammenarbeit mit dem „Kulinarium“ in Branitz an. Auch die Bücherei Sandow habe Interesse signalisiert.

„Außenseiter sind ein spannendes Thema“, sagte Steffen Krestin und erntete damit  bei den Partnern in der Interessengemeinschaft Zustimmung. „Gerade in einer Zeit der Verunsicherung und Zerrissenheit vieler Menschengruppen in unserer Gesellschaft kann es hilfreich sein, sich mit Außenseitern zu beschäftigen“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung. Literarische und persönliche Begegnungen in den nächsten Wochen könnten deutlich machen, wie leicht es ist, ein Außenseiter zu werden. Dabei werden unterschiedliche Lebenswelten exemplarisch vorgestellt, Grenzen aufgezeigt und Möglichkeiten der Überwindung gesucht.

Doch der Begriff dürfte zuunrecht  meist negativ besetzt sein. Schließlich gibt es viele Außenseiter, die  Besonderes geleistet haben. Gert Streidt, Direktor der Stiftung Park und Schloss Branitz, will Fürst Hermann von Pückler-Muskau zwar nicht als Außenseiter bezeichnen, stellt aber fest: „Pückler war ein extrem Unangepasster. Und genau das macht ihn interessant.“

Mit einer Neuerscheinung aus dem Nimbus-Verlag wird der Fürst gerade als Schriftsteller neu entdeckt. Pücklers „Acht Frühlings- und Sommertage aus dem Leben eines Mischling’s“ werden am Mittwoch, 16. Mai, 18.30 Uhr, im Besucherzentrum Branitz vorgestellt.

Neben dem Schwerpunktthema wird regionalkundlichen Themen in diesem Jahr viel Raum gegeben. Ein Beispiel dafür ist das kürzlich erschienene von Rolf Striegler transkribierte Tagebuch Ludwig Leichhardts, das der Cottbuser Geologe am Mittwoch, 18. April, 19 Uhr, im Stadtmuseum vorstellt.

Zur Eröffnung lädt die Interessengemeinschaft gemeinsam zu einem Abend voller Kultur und Kurzweil in die Stadt- und Regionalbibliothek ein, ist von Bibliothekssprecherin Uta Jacob zu erfahren. Am Montag, 19. März, 19 Uhr, soll dort das Motto „Außenseiter“ unter anderem literarisch-tänzerisch durch Golde Grunskes Tanzwerkstatt und die Literaturwerkstatt ausgelotet werden. Thomas Bruhn und Klaus Wilke stellen zudem lesenswerte „Außenseiter“-Literatur vor.

Weitere Programmhöhepunkte sind die „Lausitzer LesArt“ mit Lutz Seiler am Dienstag, 27. März, 19.30 Uhr, in der Stadt- und Regionalbibliothek, die Lesung des Tatort-Stars und Multitalents Axel Ranisch aus seinem ersten Roman „Nackt über Berlin“ am Montag, 16. April, 19 Uhr, in der Stadt- und Regionalbibliothek und die „Lausitzer LesArt“ mit Ingo Schulze am Montag, 28. Mai, 19 Uhr, am gleichen Ort.

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