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| 02:33 Uhr

2017 ist in Cottbus das Jahr der Sicherheit im Wohnumfeld

Cottbus. Der Präventionsrat der Stadt Cottbus, den es seit zehn Jahren gibt, hat Bilanz gezogen und will jetzt jedes weitere Jahr unter ein ganz bestimmtes Thema stellen. Für 2017 wählte der Rat einstimmig den Schwerpunkt "Sicherheit im Wohnumfeld". Annett Igel-Allzeit

An den Stadtteil- und Ortsteilrundgängen, zu denen der Oberbürgermeister regelmäßig einlädt, soll künftig auch die Revierpolizei teilnehmen. Das kündigt Thomas Bergner, Cottbuser Dezernent für Ordnung, Sicherheit, Umwelt und Bürgerservice und Vorsitzender des Präventionsrates, an. Die Polizei dabeizuhaben, verkürze die Informationswege, sagt er. "In den Vorjahren hat sich mit der politischen und gesellschaftlichen Situation die Kriminalität verändert. Der Einbruchsschutz, Fahrrad- und Autodiebstahl und Drogenhandel durch international agierende Banden sowie die Flüchtlingsproblematik nehmen immer mehr Raum ein." Ganz aktuelle Zahlen konnte Bergner noch nicht vorlegen, der Trend halte aber an. "So sind die Straftaten insgesamt in Cottbus zwischen 2014 und 2015 von 11 717 auf 10 741 gesunken und auch die besonders schweren Diebstähle von 4000 auf 3362 zurückgegangen. Dagegen stieg die Zahl der Wohnungseinbrüche im gleichen Zeitraum von 117 auf 143. Und die Zahl der Autodiebstähle ist anhaltend hoch."

Nach Bürgerbefragungen hat der Präventionsrat vier Schwerpunkte herausgearbeitet. Zuerst soll die Vernetzung ausgebaut werden. Dabei gehe es zum einen um den Austausch und die Zusammenarbeit der Mitglieder des Rates. Dazu gehören der Leitende Oberstaatsanwalt Bernhard Brocher und Amtsgerichtsdirektor Michael Höhr ebenso wie die Leiterin der Polizeiinspektion, Bettina Groß, die Polizeiprävention, die Wohnungsunternehmen und mehrere Amts- und Sachgebietsleiter sowie der Integrationsbeauftragte. Weitere Partner und Vereine, die sich mit kriminalpräventiven Themen befassen, sollen für die Vernetzung gewonnen werden. Schwerpunkte bleiben zudem das richtige Konfliktverhalten und die Vorbildwirkung - ob es die Eltern sind oder sämtliche Erwachsene.

Zur "Sicherheit im Wohnumfeld" gebe es mehrere Aktionen in diesem Jahr: Neben den Stadtteil- und Ortsteilrundgängen mit Revierpolizei steht mit dem Wochenende vom 6. bis 8. April der Termin für den Frühjahrsputz fest. "Denn Ordnung und Sauberkeit sind wichtige Kriterien zur Steigerung des subjektiven Sicherheitsgefühls", sagt Bergner.

Zugleich werde geprüft, ob Quartiersläufer eingeführt werden - egal ob sie Lotsen oder Kümmerer heißen. Der Quartiersläufer könnte Beschwerden und Hinweise von Bürgern aufnehmen, sie an Stadtteilmanager, Wohnungsgesellschaften oder die Kommune weiterleiten - auch das verkürze die Wege zwischen den Akteuren.

Nächster Termin zur "Sicherheit im Wohnumfeld" ist der 27. März. Unterm Motto "Albtraum Einbruch, Albtraum Diebstahl" lädt die Friedrich-Ebert-Stiftung zum Fachtag ins Stadthaus ein.