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| 14:48 Uhr

Heimat- und Trachtenfest in Burg
Jetzt sind Abi und Führerschein dran

 Das Burger Wendenkönigspaar Maria I. und Max I. wird am Samstagabend beim Hafenprogramm die Krone an die Nachfolger übergeben.
Das Burger Wendenkönigspaar Maria I. und Max I. wird am Samstagabend beim Hafenprogramm die Krone an die Nachfolger übergeben. FOTO: Marion Hirche
Cottbus. Das 16. Burger Wendenkönigspaar übergibt am Sonnabend die Regentschaft seinen Nachfolgern. Von Marion Hirche

Zu den schillerndsten Sagengestalten des Spreewalds gehört der Wendenkönig. Er soll der Sage nach viel Gutes für sein Volk getan haben und ein tapferer Kämpfer gewesen sein. Noch heute trifft man auf ihn im Spreewaldort Burg: in Stein gehauen im Kur-und Sagenpark, im Straßennamen, als Namensgeber für ein Restaurant. Seine Erben vertreten als Wendenkönigspaar den Kurort und das Amt auf Messen und Veranstaltungen. Gekrönt wird es traditionell beim Burger Heimat-und Trachtenfest, das an diesem Wochenende gefeiert wird. Maria Merting und Max Leubauer werden an diesem Sonnabend Zepter und Krone an ihre Nachfolger übergeben.

Der Majestätenwechsel ist der Höhepunkt des Hafenprogramms, das  am 24. August, um 21 Uhr beginnt. Im Gegensatz zu den Vorjahren ist wieder eine Bühne direkt im Spreehafen aufgebaut.

Krönung war emotional

„Die Krönung vor einem Jahr war schon eine sehr emotionale Sache“ schwärmt der jetzt 17-jährige Max.  Er lernt am Niedersorbischen Gymnasium, erlebt gerade die letzten Unterrichtsstunden. „Dann kommen die Abiturprüfungen. Da bin ich ganz froh, dass ich durch die Amtsübergabe dann mehr Zeit zum Lernen habe. Vor allem in Mathe muss ich mich intensiv vorbereiten, das ist nicht so meins“, gesteht der junge Mann.

Bei seinen Auftritten gemeinsam mit Maria, die auch im wahren Leben an seiner Seite steht, nutzte er seine Wendisch-Kenntnisse. „Das war schon gut, dass Max auch immer auf Wendisch begrüßen konnte. So haben wir auch auf das hier lebende sorbisch/wendische Volk aufmerksam machen können. Das macht ja auch den Reichtum unserer Heimat aus“, betont die 16-jährige Maria Merting. Sie geht jetzt in die 11. Klasse des Cottbuser Ludwig-Leichardt-Gymnasiums.

Mit den Eltern zu Terminen

Nach dem Abi will Max Leubauer studieren, Stadt- und Regionalplanung interessiert ihn. Aber auch eine Ausbildung sei noch nicht völlig ausgeschlossen. Beide stehen im Moment in der praktischen Fahrausbildung. Die Theorie ist inzwischen bestanden. „Das war ja für uns im Amt eine Hürde: Wir konnten nie selbst zu den Terminen mit dem Auto fahren. Deshalb sind wir sehr dankbar, dass unsere Eltern uns hier sehr unterstützt haben“, sagt Max.

Für das scheidende Wendenkönigspaar geht ein wundervolles Jahr zu Ende. Sie haben zahlreiche Feste besucht und das Amt Burg repräsentiert – in der Region beim Gubener Apfelfest, beim Blütenfest in Kromlau, bei der Nacht der Kürbisgeister, der Spreewälder Sagennacht, bei der Feier zum 25-jährigen Bestehen des Spree-Neiße-Kreises, beim Peitzer Fischerfest. Viele Majestäten haben sie kennengelernt und Freundschaften geschlossen.

Viele Fragen an den Wendenkönig

„Oft sind wir gefragt worden, ob der Wendenkönig etwas mit der Wende zu tun hat, und warum die Straßenschilder bei uns in Polnisch sind. Da konnten wir natürlich aufklären. Wir haben uns beide sehr viel mehr Wissen über diese Sagengestalt erarbeitet“, erklärt Max. Er habe sich auch als oft einziger Mann unter den Schönheiten sehr wohl gefühlt. Künftig will er sich wieder ganz seinem Hobby Fußball widmen: als Spieler der A-Jugend der SG Burg und als Fan von Energie Cottbus.

Beide hoffen, dass viele Zuschauer neugierig auf das neue Wendenkönigspaar sind und am Samstag ab 21 Uhr zum Hafenprogramm in den Spreehafen kommen. Gemeinsam mit ihren Nachfolgern werden sie nach der Krönung die Wasserpyramide der Burger Feuerwehr und die Lasershow im Anschluss verfolgen. Beim Festumzug am Sonntag sind sie am Straßenrand dabei.