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| 21:27 Uhr

Stadtentwicklung
150 neue Wohnungen in der Cottbuser City

GWC plant Wohnungsbauprojekt
GWC plant Wohnungsbauprojekt FOTO: Medienhaus Lausitzer Rundschau / Daniel Schauff
Cottbus. Die GWC will am Brandenburger Platz Raum für unterschiedliche Wohnkonzepte schaffen. Von Andrea Hilscher und Daniel Schauff

Noch ist es eine grüne Wiese, auf der Spaziergänger ihre Hunde ausführen. Doch schon in wenigen Jahren sollen hier 140 bis 150 Wohnungen in bester Lage entstehen: Die Wohnungsbaugesellschaft GWC plant auf einer knapp einen Hektar großen Filetstück am Rand der Innenstadt das größte Wohnungsbauprojekt, dass die City seit Langem gesehen hat.

„Damit kehren wir zu den Ursprüngen von Stadtentwicklung zurück“, erklärt GWC-Chef Dr. Torsten Kunze auf einem Rundgang mit RUNDSCHAU-Lesern. Während in der Innenstadt die Wohnbebauung verdichtet wird, fallen an den Rändern Flächen weg: Überalterte Wohngebäude, die nicht mehr wirtschaftlich zu vermieten sind, werden bei gleichzeitigem Baubooms in der Innenstadt abgerissen. Torsten Kunze: „Rückbau wird es immer geben, auch wenn unsere Leerstandsquoten mit 3,2 Prozent derzeit ausgesprochen niedrig sind.“

Wirtschaftlich seien in diesem Zusammenhang die zugezogenen Flüchtlinge ein Segen für die GWC, die rund 1000 Wohnungen an Zugewanderte vermietet hat. Weniger günstig sieht es bei der Vermietung von Gewerbeeinheiten aus: Hier sei die Vermarktung nicht immer einfach, so Kunze. Stimmt: Ein Blick in die Randlagen der Innenstadt zeigt eine hohe Leerstandsquote und große Fluktuation bei Laden- und Büroflächen. Deshalb ist auch unklar, ob das neue Projekt an der Briesmannstraße im Erdgeschoss kleine Geschäfte einbeziehen wird, wie es etwa rund um den Brandenburger Platz und in der benachbarten Ostrower Straße üblich ist.

„Wir sind gespannt auf die Vorschläge der Architekten, wie sie die Flächen entlang der  Franz-Mehring-Straße nutzen wollen“, sagt der GWC-Chef. In einem mehrstufigen Wettbewerb soll ab dem kommenden Jahr geklärt werden, wie genau sich der geplante Baukörper in die vorhandenen Strukturen einfügen wird.  Er soll sich nach den Vorgaben des bereits vorliegenden Masterplans an den vorhandenen Fassaden und Dachkonstruktionen des Quartiers orientieren. Voraussichtlich wird es sich um einen Winkelbau handeln, der sich in Richtung Süden öffnet. Das Höhenrelief des Geländes wird in die Planung einbezogen, denkbar ist eine Nutzung von Souterrainflächen für Tiefgaragen-Plätze. Der vorhandene Baumbestand soll erhalten bleiben, für Kinder sind Spielflächen vorgesehen. „Eine kleine grüne Oase wollen wir schaffen“, sagt Kunze.

Die rund 150 Wohnungen sollen sowohl den sozialen Wohnungsbau,  frei finanziertes Mieten, Eigentumswohnungen als auch Wohnformen für Senioren anbieten. Hier will die GWC mit der nahe gelegenen Mühleninsel und dem Blechen-Haus kooperieren. Derzeit rechnet die Wohnungsbaugesellschaft mit einem Baubeginn 2020 für den ersten Bauabschnitt. Die EG Wohnen plant im Bereich hinter der Enke-Fabrik ebenfalls mit Wohnneubauten. Noch offen ist die künftige Nutzung eines Grundstücks zwischen Enke-Fabrik und Franz-Mehring-Straße.

„Ich denke, etwa 2022/23 haben wir hier ein schönes neues Wohnquartier geschaffen“, so Torsten Kunze. Dabei, so seine Einschätzung, wird es trotz aller Neubauten auch künftig in der City bezahlbaren Wohnraum geben. „Wir wollen einer Gentrifizierung, dem Zuzug ausschließlich wohlhabender Kunden in die Innenstadt entgegenwirken.“

Aktuell liegen die höchsten Mietpreise im Innenstadtbereich bei rund zehn Euro pro Quadratmeter, weniger gut ausgestattete ältere Wohnungen sind noch für unter fünf Euro kalt pro Quadratmeter zu haben.