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15 Schüler starten ins Handwerks-Abi

Diese 15 Gymnasiasten testen das Handwerks-Abi.
Diese 15 Gymnasiasten testen das Handwerks-Abi. FOTO: HwK Cottbus
Cottbus/Lübben. 15 Gymnasiasten aus Cottbus und dem Landkreis Spree-Neiße haben "Ja" gesagt und sich für das Berufliche Gymnasium plus Handwerk am Oberstufenzentrum (OSZ) Cottbus entschieden. Das heißt, sie erwerben während des Abiturs zusätzliches Wirtschaftswissen und pädagogische Module der Meisterausbildung. Beate Möschl

Das ermöglicht ihnen nach dem Abitur, eine verkürzte Berufsausbildung zu absolvieren und den Meistertitel besonders schnell zu erlangen, weil sie sich den betriebswirtschaftlichen und den pädagogischen Teil schon erarbeitet haben. Die Handwerkskammer begleitet die Jugendlichen während der Schulzeit, hilft bei der Berufsorientierung und vermittelt Praktika in Handwerksbetrieben. Gestern überreichte Hendrik Schulz, Mitarbeiter Berufsorientierung bei der Handwerkskammer Cottbus, den wirtschafts- und handwerksinteressierten Gymnasiasten im OSZ Cottbus, die Mappe mit den notwendigen Unterlagen zum neuen Bildungsweg und den "Werkzeugkoffer 4.0", die blaue Laptop-Tasche des Handwerks.

Damit heißt die Handwerkskammer Cottbus die 15 Elftklässler der Klasse 17/3 am OSZ Cottbus offiziell willkommen, die sich für die Spezialisierung Wirtschaft plus Handwerk entschieden haben. "Ihr seid etwas Besonderes und werdet auch so behandelt", sagte Hendrik Schulz und bat zum Gruppenfoto, denn der Jahrgang wird auch eine aufmerksame öffentliche Begleitung erfahren. Die Handwerkskammer unterstützt die Schüler mit Praktikumsplätzen in Betrieben und vermittelt auf Wunsch auch den Ausbildungsplatz anschließend ans Abitur. Die Perspektiven, als Führungskraft im Handwerk eine berufliche Laufbahn einzuschlagen stehen sehr gut. Mit dem neuartigen Ausbildungsprojekt verbindet das Handwerk die Hoffnung auf gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte, die bereit und in der Lage sind, Betriebe im Generationswechsel zu übernehmen und das Handwerk in der Region zu stärken.

Die Handwerkskammer Cottbus hat das Projekt vor circa einem Jahr initiiert und bei den vier Oberstufenzentren Südbrandenburgs (Cottbus, Dahme-Spreewald, Elbe-Elster und Lausitz) offene Ohren gefunden. Gemeinsam ist es gelungen, auch das Bildungsministerium zu überzeugen. Im Juni hatte das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport in Potsdam die Lehrpläne genehmigt. Pünktlich zum Start des neuen Schuljahres hatten die Handwerkskammer Cottbus, das Brandenburger Bildungsministerium sowie die Oberstufenzentren Cottbus, Dahme-Spreewald, Elbe-Elster und Lausitz die erforderlichen Kooperationsverträge unterzeichnet für den in Brandenburg einzigartigen Weg zum Abitur.

Am Freitag wird die Handwerkskammer Cottbus weitere 16 Abiturienten im beruflichen Gymnasium Plus Handwerk begrüßen können, am OSZ Dahme-Spreewald in Lübben. Auch hier ist mit Beginn des neuen Schuljahres das berufliche Gymnasium plus Handwerk gestartet. 16 Elftklässer haben sich für die Spezialisierung entschieden. Weder Schüler noch Lehrer müssen zusätzliche Unterrichtsstunden absolvieren, um Wissen aus betriebswirtschaftlichen und pädagogischen Bausteinen der Meisterausbildung zu vermitteln. Die Teilnehmer der Spezialisierung Wirtschaft und Handwerk im Rahmen des beruflichen Gymnasiums haben am Ende jedoch bei der Entscheidung für ihre berufliche Laufbahn handfesten Zusatznutzen.