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| 18:20 Uhr

Verkehrslärm
Klein Oßnig scheitert an Spree-Neiße

Spree-Neiße entscheidet gegen Klein Oßnig: 1400 Lkw pro Tag bleiben auf der B 169.
Spree-Neiße entscheidet gegen Klein Oßnig: 1400 Lkw pro Tag bleiben auf der B 169. FOTO: Ch. Taubert / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Cottbus. Seit vier Jahren wehren sich die Einwohner der der Ortschaft nahe Cottbus gegen zunehmenden Verkehrslärm. Doch die Behörde lehnt ein Lkw-Fahrverbot auf der B 169 ab. Von Christian Taubert

Seit November 2017 wartet eine Klägerin aus Klein Oßnig nahe Cottbus darauf, dass der Spree-Neiße-Kreis den Lärmschutz in der Ortsdurchfahrt der B 169 verbessert. Heute wird die Behörde das Ergebnis ihrer Untersuchungen bekanntgeben. Verkehrsbeschränkungen werden darin nach RUNDSCHAU-Informationen abgelehnt.

Das bedeutet auch für die B 169-Anwohner von Klein Gaglow, Neupetershain, Lindchen und Allmosen, dass sich weiterhin täglich 1400 Lkw durch die Ortschaften wälzen werden. Diese Situation hatte das Verwaltungsgericht Cottbus in einem Urteil scharf kritisiert und darauf verwiesen, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Lärmschutzwerte deutlich überschritten werden. Das Gericht mahnte die Verkehrsbehörde, dass es verkehrsrechtlich durchaus möglich sei, Schwerlastverkehr im Interesse des Lärmschutzes der Bürger auf Autobahnen zu leiten.

Darauf hatte sich der Antrag der Klägerin bezogen. Aus deren Sicht würden vor allem Transitlaster die Abkürzung zwischen A 15 und A 13 über die Bundesstraße 169 nutzen, um den gut 30-km-Umweg über das Spreewald-Dreieck zu meiden. Deshalb hatte sie beantragt, die Laster – bis auf Quell- und Zielverkehr – auf die Autobahnen leiten. Dagegen zog sich der Spree-Neiße-Kreis stets auf den Standpunkt zurück, dass es keine Möglichkeit gebe, Lkw auf Autobahnen zu zwingen.

Mit dem neuerlichen Bescheid wird nach einer ersten Einschätzung des Kläger-Anwaltes Karsten Sommer „die verfestigte Meinung der Behörde dargelegt“. Trotz eines hohen gutachterlichen Kostenaufwandes gebe es keinen Erkenntnisgewinn und keine Bewegung nach dem Gerichtsurteil. Ob weiter gegen den Bescheid der Behörde vorgegangen wird, so Sommer, werde in der Interessengemeinschaft B 169 entschieden.