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| 16:19 Uhr

13 Autos in Cottbus abgefackelt
Warum kommt die Polizei Brandstiftern so schwer auf die Spur?

 Die Cottbuser Feuerwehr bei der Brandbekämpfung in der Rudolf-Breitscheid-Straße am Donnerstagmorgen. Durch das Feuer entstand ein Schaden von einer Viertelmillion Euro. 13 Autos wurden teils stark beschädigt.
Die Cottbuser Feuerwehr bei der Brandbekämpfung in der Rudolf-Breitscheid-Straße am Donnerstagmorgen. Durch das Feuer entstand ein Schaden von einer Viertelmillion Euro. 13 Autos wurden teils stark beschädigt. FOTO: Stadt Cottbus
Cottbus. Polizei und Feuerwehr erklären, was die Suche nach einem Brandstifter so schwer macht und warum selbst eine brennende Mülltonne zur Lebensgefahr werden kann. Von Peggy Kompalla

Das Feuer vom Donnerstagmorgen hat einen Schaden von schätzungsweise einer viertel Million Euro hinterlassen. 13 Autos wurden an der Rudolf-Breitscheid-Straße teils stark beschädigt, vom Carport steht nur noch ein zerlöchertes Gerippe, die Hausfassade ist angeschmort. Es hätte noch viel Schlimmer kommen können. Das weiß Brandamtmann Benny Bastisch von der Cottbuser Berufsfeuerwehr nur zu gut. Bei dem Unglück kam kein Mensch zu Schaden. Den Ausgang nahm der Brand mutmaßlich in den Mülltonnen. Alles deutet auf Brandstiftung hin. Die Übeltäter sind schwer zu erwischen.

Mehrere Pkw in Cottbuser Breitscheid-Straße in Flammen FOTO: Michael Helbig

Rauch kann in Wohnung ziehen

„Die Hitze und die extreme Rauchentwicklung sind das Schwierige bei einem Mülltonnenbrand“, sagt Benny Bastisch. „Ich habe schon solche Feuer erlebt. Da muss gar nicht viel Abfall in der Tonne sein. Trotzdem gibt es eine riesige Rauchwolke.“ Die Gase sind gefährlich. Lebensgefährlich. Nicht umsonst tragen die Feuerwehrleute Atemmasken bei der Brandbekämpfung.

Naturgemäß stehen Mülltonnen in der Nähe von Wohnhäusern. „Wenn die Fenster angekippt sind, kann der Rauch in die Wohnungen ziehen“, sagt der Brandamtmann. „Deshalb sind Heimrauchmelder so wichtig.“ Bei einem Mülltonnenbrand entsteht zudem starke Hitze. Durch die Wärmestrahlung können sich weitere Gegenstände entzünden, ohne dass das Feuer direkt überspringt. Benny Bastisch erklärt: „Durch die Hitze gasen Werkstoffe aus. Diese Dämpfe entzünden sich dann schlagartig.“ Dann kann sich solch ein Feuer schnell ausbreiten. Im aktuellen Fall ist es über den Carport weiter gewandert und hat auf diese Weise für den hohen Schaden gesorgt. Augenzeugen berichten, dass das Feuer auf die Autos regnete.

Ermittlungen schwierig

Die Polizei steht bei den Mülltonnenbränden vor einem ganz anderen Problem. Polizeisprecher Torsten Wendt sagt: „Die Tonne brennt meist erst, wenn die Person schon längst weitergezogen ist.“ Sprich: Der Täter ist dem Tatort schwer zuzuordnen. „Deshalb ist es umso wichtiger, dass sich Menschen bei uns melden, die etwas Verdächtiges gesehen haben.“ Der Polizeisprecher versichert: „Jeder Hinweis zählt.“ Mülltonnen werden erfahrungsgemäß in den frühen Morgenstunden in Brand gesteckt. Im aktuellen Fall wurden die Anwohner gegen 4 Uhr aus dem Schlaf gerissen. „Aber vielleicht hat zuvor ein Zeitungszusteller, ein Pendler auf dem Weg zur Arbeit oder Lieferant etwas gesehen“, sinniert Wendt. Die Herausforderung sei, einen Brandstifter „beweissicher“ einer oder mehrerer Taten zuzuordnen, damit das vor einem Gericht Bestand hat.

Schaden bis zu Hunderttausend Euro

In Cottbus machen Mülltonnenbrände laut Polizei nur einen geringen Teil der Delikte aus. Im Jahr 2016 waren es demnach 43 Fälle. 2017 fiel die Zahl auf 18. „Im vergangenen Jahr war es eine ähnliche Anzahl“, so Wendt. Die Schwerpunkte seien meist dieselben: Stadtmitte, Schmellwitz, Sachsendorf und die Spremberger Vorstadt. Die verursachten Schäden haben eine große Spannweite: von knapp 100 Euro bis hin mehreren Hunderttausend Euro, wie im aktuellen Fall.

Einen klassisches Täterprofil gebe es nicht. Männer wie Frauen seien darunter, das Alter sei ebenso wenig festzulegen. Brandstifter haben Torsten Wendt zufolge allerdings Eines gemeinsam: „Sie wollen Aufmerksamkeit und fühlen sich dadurch bestätigt.“

So erlebten Anwohner den Brand in Cottbus:Das Feuer regnete auf die Autos

Auto angezündet: Wer bezahlt den Schaden?

 Die Cottbuser Feuerwehr bei der Brandbekämpfung in der Rudolf-Breitscheid-Straße am Donnerstagmorgen. Durch das Feuer entstand ein Schaden von einer Viertelmillion Euro. 13 Autos wurden teils stark beschädigt.
Die Cottbuser Feuerwehr bei der Brandbekämpfung in der Rudolf-Breitscheid-Straße am Donnerstagmorgen. Durch das Feuer entstand ein Schaden von einer Viertelmillion Euro. 13 Autos wurden teils stark beschädigt. FOTO: Stadt Cottbus