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| 19:07 Uhr

Ehrung für Handwerksmeister
Meister setzt sich für die Meisterausbildung ein

 Installateurmeister Klaus Seemann aus Groß Gaglow mit seiner Ehefrau. Er erhält am Mittwochabend den Goldenen Meisterbrief.
Installateurmeister Klaus Seemann aus Groß Gaglow mit seiner Ehefrau. Er erhält am Mittwochabend den Goldenen Meisterbrief. FOTO: Handwerkskammer Cottbus
Groß Gaglow/Lehde. Installateurmeister Klaus Seemann aus Groß Gaglow gehört zu 125 Handwerkern, die am Mittwochabend in Lehde ihre Diamantenen und Goldenen Meisterbriefe erhalten.

Mit 44 Diamantenen und 81 Goldenen Meistern im Handwerk stehen am Mittwochabend bei einem Festakt in Lehde 6690 Jahre geballte Handwerkererfahrung im Mittelpunkt. Die Frauen und Männer, die 1959 und 1969 ihre Meisterurkunde erhielten, bekommen von Wirtschaftsstaatssekretär Hendrik Fischer und Peter Dreißig, Präsident der Handwerkskammer Cottbus, die Diamantenen und Goldenen Meisterbriefe überreicht.

Hohe Steuern, Skepsis gegenüber selbstständigen Handwerkern und Materialmangel allerorts: Ende der 1960er-Jahre war keine leichte Zeit für die Betriebe der Region. Diese Erfahrung hat auch Klaus Seemann gemacht. Der Installateurmeister aus Groß Gaglow erhielt 1969 seinen Meisterbrief und ist damit einer der Goldenen Meister. „Ein Jahr, nachdem ich meinen Meistertitel bekam, erhielt ich die Genehmigung, ein eigenes Gewerbe zu eröffnen“, erinnert er sich. „Doch einfach war das nicht: Selbstständigkeit im Handwerk galt als kapitalistische Idee. Wir erhielten Auflagen vom Kreisbauamt, welche Aufträge wir umzusetzen hatten. Und das mit dem wenigen Material, das wir bekamen. Ich erhielt beispielsweise fünf Halbzollwinkel für Wasserleitungen, die ich mir mit 20 anderen Betrieben teilen sollte“, berichtet der heute 79-Jährige.

Mit der Wende brach eine völlig neue Zeit an. Klaus Seemann investierte, um auf dem neuesten Stand der Technik zu sein. Auf eine Ausschreibung kamen 50 Angebote – immer mehr Kunden investierten in neue Heizungen mit Gas oder Öl und wollten neue Bäder. 1990 erhielt der Installateurmeister außerdem die Urkunde des Ministeriums, um die Meisterausbildung für die Region neu mitgestalten zu können.

In den Jahren von 1992 bis 2005 war er Vorsitzender des Meisterprüfungsausschusses für Installateure und Heizungsbauer. „Die jungen Handwerker sollten ordentliche Meister werden mit Präzision, Sorgfalt bei der fachlichen Ausführung und Wertschätzung für das eigene Auftreten. Auf diese Generation bin ich heute noch stolz“, so der Fachmann aus Groß Gaglow.

(red/pos)