ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 04:00 Uhr

Kohleausstieg und Strukturwandel
Brandenburg und Sachsen verhandeln über 1000 Behördenstellen für die Lausitz

 Fordert 60 Milliarden Euro für den Strukturwandel in den deutschen Kohle-Revieren: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU, hier bei einer Veranstaltung in Dresden am 19. Januar 2019).
Fordert 60 Milliarden Euro für den Strukturwandel in den deutschen Kohle-Revieren: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU, hier bei einer Veranstaltung in Dresden am 19. Januar 2019). FOTO: dpa / Oliver Killig
Cottbus. Während die Kohle-Kommission noch an der Empfehlung zum Kohleausstieg und zum Strukturwandel feilt, laufen im Hintergrund Gespräche der Kohle-Länder mit der Bundesregierung. Für die Lausitz geht es zum Beispiel um 1000 Behördenstellen. Von Oliver Haustein-Teßmer

Nach Informationen der Lausitzer Rundschau soll zur Unterstützung des Strukturwandels bei einem Kohleausstieg mindestens eine Bundesbehörde neu in der Lausitz angesiedelt werden. Dies erfuhr die LR aus den Verhandlungen der Kohle-Länder mit der Bundesregierung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Insgesamt geht es um 1000 Behördenstellen für das Lausitzer Revier, auf brandenburgischer und auf sächsischer Seite.

Dies bestätigte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) der LR. „Wir sprechen dabei sowohl über Verwaltungsstellen als auch die Bundeswehr. Ein oder zwei Bataillone wären die wirtschaftliche Lösung für eine Stadt wie Weißwasser oder Spremberg“, sagte Kretschmer. Der Bund könne aber noch mehr tun, indem er in der Region mehr Forschungseinrichtungen ansiedele.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer: Brauchen 60 Milliarden Euro für den Strukturwandel der Kohle-Reviere

Kretschmer beharrt auf einer Fördersumme des Bundes von 60 Milliarden Euro. „1,5 Milliarden Euro pro Jahr über einen Zeitraum von 40 Jahren ist dafür nicht zu hoch angesetzt, wenn man bedenkt, dass allein die Ökostromförderung uns jedes Jahr 25 Milliarden Euro kostet“, sagte der sächsische Regierungschef. Er spricht sich wie sein brandenburgischer Amtskollege Dietmar Woidke (SPD) dafür aus, erst aus der Kohle auszusteigen, wenn gut bezahlte Ersatzarbeitsplätze geschaffen worden sind.

An diesem Freitag, 25. Januar, trifft sich die Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung zum letzten Mal. Sie soll eine Empfehlung ausarbeiten. Darin soll ein Ausstiegsdatum festgeschrieben und erläutert werden, wie der Strukturwandel in den Kohlerevieren gelingen kann.

Lesen Sie zum Kohleausstieg und zum Strukturwandel auf LR Online auch:

Streit um Datum für Kohleausstieg: Tag der Entscheidung bei Kohle-Kommission in Berlin

Diskussion um Kohleausstieg: Präsident des FC Energie Cottbus fordert Sonderwirtschaftszone Lausitz

Bericht der Kohlekommission: Das ist der große Plan für die Zukunft der Lausitz

Kommentar zur Lausitzer Infrastruktur: Was die Lausitz dringend braucht