Die Corona-Variante Omikron dominiert jetzt auch in Deutschland - und läutet aus Expertensicht eine „neue Phase“ der Pandemie ein. Die Zahl der an einem Tag erfassten Neuinfektionen überschritt in Deutschland erstmals die Schwelle von 90.000. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sieht aber vorerst keinen Grund für neue schärfere Alltagsauflagen im Kampf gegen das Coronavirus. Wie ist die Lage heute? Steigen die Fallzahlen erneut?
Hier sind die aktuellen Fallzahlen, die das Robert Koch-Institut (RKI) heute, am Montag, den 17.01.2022, gemeldet hat.
  • Wie hoch sind die Inzidenzwerte der Bundesländer im Vergleich aktuell?
  • Wie viele Neuinfektionen gibt es heute?
  • Wie hoch ist die Hospitalisierungsrate?
  • Impfquote und Booster - Wie steht es um die Corona-Impfungen in Deutschland?
  • Wie hoch sind die neuesten Corona-Zahlen heute, am Montag, den 17. Januar 2022 laut RKI-Dashboard?

Aktuelle Corona-Zahlen in Deutschland heute: Inzidenz, Neuinfektionen und Co. am 17.01.2022

Wie hoch ist die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz im Vergleich zum Vortag und zur Vorwoche. Die RKI-Fallzahlen in Deutschland von heute in der Übersicht:
  • Sieben-Tage-Inzidenz: 528,2 (Vortag: 515,7); (Vorwoche: 375,7)
  • Neuinfektionen heute: 34.145
  • Infektionen gesamt: 8.00.122
  • Neue Todesfälle: 30
  • Todesfälle gesamt: 115.649
  • Impfquote (Erstimpfung): 75,0 Prozent
  • Impfquote (vollständig): 72,6 Prozent
  • Impfquote Booster-Impfungen: 46,6 Prozent
  • Hospitalisierungsrate: Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen wurde im Bericht vom 13.01.2022 für ganz Deutschland mit 3,13 angegeben.
  • Der bisherige Höchstwert der Hospitalisierungsrate hatte um die Weihnachtszeit 2020 bei rund 15 gelegen.

Aktuelle Corona Zahlen Deutschland: Die Inzidenzen der einzelnen Bundesländer

Auch der direkte Vergleich der Inzidenzwerte der einzelnen deutschen Bundesländer ist aufschlussreich. Wo ist die Inzidenz aktuell am höchsten und wo am niedrigsten? (Stand: 17.01.2022)
  • 1389,3 – Bremen
  • 947,7 – Berlin
  • 805,8 – Hamburg
  • 681,2 – Schleswig-Holstein
  • 626,7 – Hessen
  • 580,7 – Brandenburg
  • 551,5 – Bayern
  • 545,9 – Baden-Württemberg
  • 504,8 – Nordrhein-Westfalen
  • 477,8 – Saarland
  • 467,2 – Mecklenburg-Vorpommern
  • 431,0 – Niedersachsen
  • 377,9 – Rheinland-Pfalz
  • 280,4 – Sachsen-Anhalt
  • 248,5 – Sachsen
  • 197,9 – Thüringen

Corona-Pandemie 2022: Planbare Operationen werden wieder verschoben

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft geht davon aus, dass wegen der neuen Corona-Infektionswelle erneut planbare Operationen verschoben werden müssen. „Die Krankenhäuser müssen Personal auf die schwerkranken Patienten konzentrieren“, sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, der „Rheinischen Post“ (Montagsausgabe). Personelle Reserven gebe es nicht. „Deswegen müssen wir erneut, wenn es soweit medizinisch vertretbar ist, Patienten auf die Warteliste nehmen.“
Dabei handle es sich auf der einen Seite um Behandlungen von chronisch kranken Patienten. „So haben wir etwa in Spitzenzeiten der Pandemie bis zu 25 Prozent der Hüft-OPs verschoben“, sagte Gaß. Es gehe aber auch um Krebs-Operationen. „Zeitweise hatten wir einen deutlichen Rückgang von bis zu 18 Prozent bei Darmkrebs-OPs“, sagte Gaß und fügte hinzu: „Das ist für die einzelnen Patienten sehr belastend.“
Auf die Frage, ob die Menschen denn noch freiwillig in die Klinik kämen, antwortete Gaß der Zeitung: „Uns treibt wirklich um, dass wir weniger Verdachtsfälle zum Beispiel auf Herzinfarkte und Schlaganfälle verzeichnen.“ Die Patienten seien von sich aus ein Stück weit zurückhaltender und riefen seltener den Notarzt. „Wir haben die große Sorge, dass ein Teil dieser Fälle unversorgt bleibt.“
Größere Ausfälle beim Pflegepersonal sieht Gaß durch die gestiegenen Corona-Infektionszahlen noch nicht: „Bisher haben wir von den Krankenhäusern noch keine Rückmeldung zu massiven Personalausfällen durch Quarantäne oder Infektionen, so dass die Krankenhausversorgung bedroht wäre“, sagte er der „Rheinischen Post“.

Die Neuinfektionen und Inzidenzwerte gestern und vor einer Woche

Gestern hat das RKI 52.504 Neuinfektionen binnen 24 Stunden vermeldet. Vor einer Woche, am Montag, 10.01.22, waren es 25.255 Neuinfektionen. Mehrere Wochen hatte die Inzidenz in Deutschland in der vierten Welle die 400er-Marke deutlich überschritten und jeweils neue Höchstwerte gebildet. Jetzt hat sie sogar die 500er-Marke überschritten, ein neuer Rekord.
Die bis zur fünften Welle höchste Sieben-Tage-Inzidenz hatte es in Deutschland im Frühjahr 2021, am 26. April, gegeben – mit einem Wert von 169,3. Danach war sie erstmal – von wenigen Ausnahmen abgesehen – stetig gesunken. Den Tiefstand erreichte sie am 6. Juli. Da lag die Inzidenz bei 4,9.
Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig werden daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen oder Hospitalisierungsindex stärker berücksichtigt.

Corona-Zahlen in Europa – Aktuelle Infektionen in Österreich, Frankreich, Polen & Co.

In Deutschland sind die Corona-Zahlen seit Tagen wieder auf einem etwas niedrigerem Niveau. Wie aber ist die Lage in anderen Ländern Europas und in Nachbarstaaten der Bundesrepublik. Nachfolgend die Neuinfektionen und aktuelle Inzidenz in ausgewählten Ländern Europas – Stand 16.01.2022:
  • Österreich: 16.822 Neuinfektionen; Inzidenz: 991,9
  • Italien: 200.869 Neuinfektionen; Inzidenz: 2.108,3
  • Frankreich: 329.371 Neuinfektionen; Inzidenz: 3.057,4
  • Polen: 16.049 Neuinfektionen; Inzidenz: 238,9
  • Tschechien: 11.710 Neuinfektionen; Inzidenz: 526,6
  • Niederlande: 35.452 Neuinfektionen; Inzidenz: 1281,0
  • UK: 98.949 Neuinfektionen; Inzidenz: 1.285,3