| 06:18 Uhr

100 Flüchtlinge sollen vermittelt werden
Neue Ausbildungsberatung für junge Flüchtlinge

Die Kausa-Beratung in Brandenburg wollten Projektleiterin Charlotte Kruhøffer und ihre Mitstreiter innerhalb der dreijährigen Förderzeit 100 jungen Flüchtlingen zu einer Ausbildung zu verhelfen.
Die Kausa-Beratung in Brandenburg wollten Projektleiterin Charlotte Kruhøffer und ihre Mitstreiter innerhalb der dreijährigen Förderzeit 100 jungen Flüchtlingen zu einer Ausbildung zu verhelfen. FOTO: Simone Wendler / LR
Cottbus. Das Projekt „Kausa“ wird für die Dauer von drei Jahren vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Simone Wendler

Nach zahlreichen anderen Bundesländern hat seit August auch Brandenburg eine vom Bund im Rahmen des Programmes „Jobstarter“ geförderte Ausbildungsberatung für junge Flüchtlinge. Je ein Berater steht dafür in Cottbus und in Oranienburg zur Verfügung. Das Projekt „Kausa“ wird für drei Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Die Ko-Finanzierung stellt das Brandenburger Sozialministerium zur Verfügung.

„Wir wollen von unseren beiden Standorten in die Fläche ausstrahlen“, kündigt Projektleiterin Charlotte Kruhøffer an. Gerade in abgelegenen Gebieten sei es für junge Flüchtlinge schwieriger, eine Beratung zur Berufsausbildung zu bekommen. Das neue Angebot soll sich in vorhandene Strukturen einordnen, sie vernetzen und ergänzen, so die Vorstellung der Projektleiterin. In Cottbus gebe es schon Kontakt zum Jobcenter, zur Arbeitsagentur. Auch mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus und der Handwerkskammer Cottbus will die Beratungsstelle zusammenarbeiten.

Ein wichtiger Punkt sei, so Kruhøffer, jungen Flüchtlingen das Ausbildungssystem in Deutschland grundsätzlich nahezubringen und sie von der Aufnahme einer Lehre zu überzeugen: „Der Drang, schnell Geld zu verdienen – auch ungelernt – ist groß.“ Eine Lehrausbildung habe für viele aus Unkenntnis auch einen geringen Stellenwert gegenüber einem Studium: „Da müssen wir Überzeugungsarbeit leisten“.

Hürden auf dem Weg zum Azubi seien häufig fehlende Sprachkenntnisse, die Frage, wie finde ich einen Ausbildungsbetrieb und wie schreibe ich einen Lebenslauf. Die Beratungsstelle will junge Flüchtlinge nicht „an die Hand nehmen“, sondern sie dazu befähigen, allein ihren Weg gehen zu können. Mit dem Marokkaner Alper El Mouhadi sitzt in Cottbus ein Berater, der Arabisch und Französisch spricht. Er hat in Deutschland studiert.

Auch Projektleiterin Charlotte Kruhøffer bringt praktische Erfahrung zur Ausbildung in einem fremden Land mit. Die Dänin hat selbst in Schottland eine Ausbildung als Krankenschwester absolviert, später in Deutschland studiert. In Berlin kümmerte sie sich mehrere Jahre lang für einen Klinikkonzern um die Gewinnung junger Leute mit Migrationshintergrund für eine Ausbildung im Gesundheits- und Pflegebereich.