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| 17:29 Uhr

Jahreshöhepunkt in Goyatz
Bootskorso bietet feuriges Spektakel über dem Schwielochsee

Schwielochsee
Schwielochsee FOTO: Andreas Staindl
Goyatz. Rund 250 Wasserfahrzeuge waren diesmal nach Veranstalterangaben dabei – fast dreimal so viele wie sonst. Von Andreas Staindl

Es blitzt und kracht am Himmel über dem Schwielochsee. Doch niemand sucht Schutz oder läuft weg. Im Gegenteil: Hunderte Gäste haben Samstagnacht am Strand in Goyatz (Lieberose-Oberspreewald) in den nächtlichen Himmel geschaut und das Spektakel des Feuerwerks zum 39. Bootskorso regelrecht aufgesaugt.

„Es ist traumhaft schön“, sagt eine junge Frau und schmiegt sich noch fester an ihren Partner. Das Höhenfeuerwerk ist unbestritten der emotionale Höhepunkt des Bootskorsos. „So ein schönes Feuerwerk wie hier sieht man selten“, sagt Heidi Milde aus Sachsen. „Wir legen unseren Urlaub möglichst so, dass wir dabei sein können. Unsere Kinder freuen sich schon immer darauf.“

Und in der Tat: Mit zunehmender Dunkelheit wird es immer voller am Strand. Freunde, Paare, ganze Familien pilgern an das Ufer des Schwielochsees in Goyatz. Viele von ihnen haben Decken dabei, breiten diese auf der Liegewiese aus.

Der einheimische Günter Bremer hatte einen Campingstuhl mitgebracht, um den Bootskorso und das anschließende Höhenfeuerwerk gemütlich beobachten zu können. Er kennt das Spektakel, weiß, was ihn erwartet. Wer keinen Sitzplatz fand, bestaunte das Feuerwerk stehend.

Zwölf Minuten und 40 Sekunden blitzte und krachte es am Himmel. „Ein  Feuerwerk in dieser hohen Qualität gab es hier noch nie“, sagt Otto Karitzki. „Wir wollten den Besuchern ein tolles Erlebnis bieten, und das ist uns offenbar gelungen.“ Der Vorsitzende des Fremdenverkehrsvereins Schwielochsee zog die organisatorischen Fäden des Höhenfeuerwerks und war auch für den Bootskorso verantwortlich. Der Verein hatte die Veranstaltung zum vierten Mal organisiert.

„Wir wollen mit attraktiven Aktivitäten Einheimischen etwas bieten, aber auch Besucher aus anderen Regionen locken“, sagt Otto Karitzki. „Der Bootskorso hilft, den Schwielochsee noch bekannter zu machen. Und bessere Werbung als mit dem Höhenfeuerwerk kann man kaum machen. Ich bin mit der 39. Auflage der Veranstaltung zufrieden.“

Nicht nur das Feuerwerk, das von einer Plattform im See gezündet wurde, war außergewöhnlich. Eine so große Teilnehmerzahl am Bootskorso gab es dem Vereinschef zufolge noch nie. 250 Boote habe seine Frau gezählt, rund Hundert waren bisher üblich. Das schöne Wetter habe diesmal noch mehr „Kapitäne“ als sonst auf den See gelockt.

„Ich bin jetzt seit zehn Jahren dabei, doch eine so große Resonanz gab es noch nie“, sagt Otto Karitzki. Vom kleinen Segelboot bis zur Yacht war alles dabei. Die Wasserfahrzeuge fuhren vom Kleinen hinüber zum Großen Schwielochsee und hielten sich möglichst nah am Strand. Etwa zwei Stunden waren sie unterwegs, geschmückt mit Lichterketten und anderen Leuchtmitteln.

Das Lichtermeer war ein tolles Erlebnis für die Zuschauer am Strand. „Eine klasse Idee“, sagt Heiner Kunze. „Das Warten hat sich gelohnt.“ Der Urlauber aus Berlin hatte mit einem Fernglas das Treiben auf dem See beobachtet und sich so die Wartezeit verkürzt. Andere Besucher nutzen die Zeit bis zum Einbruch der Dunkelheit und dem Beginn des Korsos, um der Blasmusik im Festzelt zu lauschen oder zu tanzen, einige, um zu baden oder mit Freunden am Strand anzustoßen.

Nach dem Höhenfeuerwerk wurde noch kräftig und bis weit in die Nacht hinein gefeiert. Der Strand in Goyatz wurde zur großen Feiermeile, und der Bootskorso inklusive des Höhenfeuerwerks selbst zur besten Werbung für den Schwielochsee. „Ich bin sehr glücklich, dass uns eine so tolle Veranstaltung gelungen ist“, sagt Otto Karitzki.