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Interwiev zur Ausbildung
Besser als der Landesdurchschnitt

Cottbus. Gespräch mit Susanne Mitzscherlich, die Leiterin der Medizinischen Schule

In der Medizinischen Schule in Cottbus werden Physiotherapeuten ausgebildet. Die Anforderungen dabei sind so hoch, dass viele die Ausbildung nicht erfolgreich abschließen können. Die RUNDSCHAU sprach darüber mit Susanne Mitzscherlich, der Leiterin der Medizinischen Schule.

Wie viele Schüler schließen die Ausbildung pro Jahr erfolgreich ab, wie hoch ist die Durchfallquote?

Mitzscherlich Die Ausbildung in der Physiotherapie ist generell sehr anspruchsvoll. Im Jahr 2016 waren unsere Prüfungsergebnisse besser als der Brandenburger Landesdurchschnitt, 2017 ist es ähnlich. Wir beginnen mit 24 Schülern, je nach Jahrgang waren in den vergangenen Jahren bei Prüfungsbeginn noch 18 bis 24 Schüler dabei. Im Jahr 2017 sind 18 Schüler bei uns zugelassen worden, einer hat nicht an der Prüfung teilgenommen, 17 wurden geprüft, sechs haben nicht bestanden. Trotzdem sind wir auch 2017 besser als der Landesdurchschnitt.

Wie steht die Schule im Vergleich zu anderen da?

Mitzscherlich Im Land Brandenburg gibt es sechs Physiotherapie-Schulen. Im Jahr 2016 hat an vier Schulen jeder Vierte nicht bestanden, bei uns hat es jeder Fünfte nicht im ersten Anlauf geschafft.

Wie hoch ist der Bedarf an Physiotherapeuten?

Mitzscherlich Der Bedarf an Physiotherapeuten ist sehr hoch, nahezu jede Praxis in Brandenburg und Sachsen hat freie Stellen.

Wie viele Bewerbungen gibt es im Durchschnitt bei wie vielen Ausbildungsplätzen?

Mitzscherlich Wir haben etwa vier bis fünf Bewerbungen auf einen Ausbildungsplatz. Pro Jahr bieten wir 24 Plätze an.

Haben nach Ihrem Kenntnisstand alle Erfolgreichen einen Arbeitsplatz?

Mitzscherlich Ja, seit dem 1. Oktober sind alle, die es möchten, in Arbeit. Manche Absolventen besuchten im Oktober eine Weiterbildung in Manueller Lymphdrainage, die für vier Wochen von der Arbeitsagentur gefördert wird. Die meisten Praxen fordern eine absolvierte spezielle Weiterbildung.

Wollen viele wegen der besseren Bezahlung in die alten Länder abwandern?

Mitzscherlich Eine große Abwanderungsbewegung Richtung Westen ist für uns nicht erkennbar. Die Bezahlung hat sich in den letzten Jahren hierzulande etwas verbessert – im ambulanten Bereich lässt sie trotzdem zu wünschen übrig. Häufig gibt es außerdem nur Einstellungen mit einem Arbeitsvertrag über 30 Stunden pro Woche.

Mit Susanne Mitzscherlich
sprach Hannelore Grogorick