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| 07:50 Uhr

Laute Boote
Speedboote erobern den Spreetaler See

Powerbootstart im Stralsunder Hafen. Im Jahr 2019 soll es das Rennen auf dem Spreetaler See geben.
Powerbootstart im Stralsunder Hafen. Im Jahr 2019 soll es das Rennen auf dem Spreetaler See geben. FOTO: Stefan_Sauer / dpa
Hoyerswerda/Cottbus. Im Ostzipfel des Lausitzer Seenlandes starten 2018 die Arbeiten für ein Nachwuchszentrum. Christian Taubert

Am Ufer des Spreetaler Sees (Landkreis Bautzen) soll ab 2018 ein Nachwuchsleistungszentrum für Speedboot-Fahrer entstehen. Ein Jahr später könnten Fans der Rennen mit den bis zu 1000 PS starken „Powerbooten“ die ersten Wettkämpfe vor den Toren von Hoyerswerda erleben. Investoren werden der Deutsche Motor­yachtverband und der ADAC sein.

Wie der stellvertretende Geschäftsführer des Tourismusverbandes Lausitzer Seenland, Marcus Heberle, gegenüber der RUNDSCHAU erklärte, gehört der scharfe Start am östlichsten der künftig zehn schiffbar miteinander verbundenen Seen zu den deutlichsten Fortschritten. Dazu gehöre zugleich, dass der Großräschener See am anderen Ende der Seenkette 2018 seinen Endwasserstand erreicht haben wird. Dort werde es ein Jahr der Zwischennutzung geben, bevor 2019 auch hier durchgestartet werden kann.

Für den „lauten See“ an der Landesgrenze zwischen Sachsen und Brandenburg ist der Bebauungsplan für das Speedboot-Areal komplett bestätigt. Hinzu kommt ein Jetboot-Zentrum. „Das war ein langwieriges Verfahren“, sagt der Bürgermeister von Spreetal (Landkreis Bautzen) Manfred Heine. Aber es sei letztlich in mehr als zehn Jahren und mit Kompromissbereitschaft gelungen, Sport und Naturschutz unter einen Hut zu bringen. Jetzt kann nach Angaben des parteilosen Rathauschefs mit der äußeren Erschließung – Parkplätze, Strom, Abwasser – entlang der Bundesstraße 97 begonnen werden.

Ausschlaggebend für den langen Atem der Gemeidevertreter in den Beratungen zum Speedboot-Nachwuchsleistungszentrum ist nach Aussage von Bürgermeister Heine das Alleinstellungsmerkmal für Spreetal gewesen. „Wir werden den Nachwuchs und Rennfahrer aus ganz Deutschland mitsamt ihren Fans hier bei uns haben“, erläuterte Heine. Denn der abgeschieden liegende Tagebausee lasse jene Powerboote zu, die bundesweit keine Möglichkeit mehr hätten, auf Seen zu fahren.

Was die Befahrung des Spreetaler Sees zurzeit noch verhindert: Es fehle noch gut ein halber Meter am Endwasserstand. Erst dann, so Heine, könne der Bergbausanierer LMBV das Gewässer freigeben. „Wir hoffen, dass es 2019 so weit ist.“

⇥Themen des Tages Seite 3