Nach dem Willen von Minister Christian Schmidt (CSU) sollen die neuen Verpackungen die Haltbarkeit erheblich verlängern. Lang lebe das Fleisch. Im Herbst dieses Jahr läuft das Forschungsprojekt "Safe Pack" (Sichere Verpackung) aus, das das Ministerium mit 1,9 Millionen Euro finanziert hat. Die Experten der Uni Bonn haben im Rahmen des Programms einen neuen antimikrobiellen Kunststoff entwickelt, der im Vergleich zu den herkömmlichen Materialien deutlich abweisender gegenüber Keimen ist.

Klingt kompliziert, aber Fleisch und andere kühlpflichtige Lebensmittel werden dadurch länger haltbar, auch bei geringeren Temperaturen. "Das trägt dazu bei, dass weniger Fleisch weggeworfen wird", heißt es im Ministerium stolz.

Projektleiterin ist die Bonner Professorin Judith Kreyenschmidt. Mit den neuen Verpackungen verlängere sich zugleich der Vermarktungszeitraum für Hersteller und Handel, so die Expertin. Dadurch würde auch von dieser Seite weniger entsorgt.

Erste Prototypen der neuen Folien seien in großem Maßstab schon hergestellt worden. Da an dem Projekt wichtige fleischverarbeitende Betriebe und Verpackungsunternehmen beteiligt sind, "wird es kein Problem geben, die aktive Verpackung auf den Markt zu bringen", so die Bonner Professorin Kreyenschmidt optimistisch.

Die Industrie hat also selbst ein Interesse daran, die neue Folie zu bekommen, um Abfälle zu vermeiden. Voraussichtlich im kommenden Jahr könnte es so weit sein. Für den Verbraucher bedeutet dies: Er kann Frischfleisch deutlich länger essen, als das im Moment der Fall ist - und er muss das Produkt nicht so zügig wegwerfen. Bislang beträgt die Haltbarkeit je nach Fleischart und Kühlung vier bis sieben Tage. In welchem Umfang sich der Zeitraum konkret verlängert, wird derzeit noch getestet.

Bemerken wird der Kunde die neue Verpackung übrigens nicht, rein äußerlich soll es keinen Unterschied zum jetzigen Material geben. Und auch preislich soll sich für den Verbraucher nichts ändern - Fleisch werde nach jetzigem Stand nicht teurer werden, so die Forscher.