Mit der Neubesetzung gelang Wulff am Montag ein Überraschungscoup. Er holt drei Frauen in seine Regierungsmannschaft, die in Niedersachsen bisher kaum bekannt waren. Eine von ihnen ist Brandenburgs CDU-Vorsitzende und Landtagsfraktionschefin Johanna Wanka. Die 59-Jährige wird neue Wissenschaftsministerin in Niedersachsen. Die RUNDSCHAU befragte die beiden CDU-Landtagsabgeordneten aus dem Elbe-Elster-Kreis, Anja Heinrich und Reiner Genilke, wie sie diese Nachricht aufgenommen haben. Menschlich und fachlich sei es wohl verständlich, dass Frau Wanka sich das Angebot, Kulturministerin zu werden lange durchdacht und sich am Ende dafür entschieden hat, meint Anja Heinrich "Für unsere Partei ist das keine einfache Situation, aber es wird weitergehen. Mir sind noch keine Namen bekannt, die favorisiert werden. Am heutigen Dienstag ist Fraktionssitzung, da soll beraten werden. Meines Erachtens dürfte der bisherige Viererkreis um Frau Wanka favorisiert sein", so die Politikerin. "Wenn es Niedersachsen wichtig ist, eine Politikerin aus Brandenburg einzusetzen, dann müssen wir das unterstützen. Es ist nicht schön, wenn der Kapitän auf ein anderes Schiff wechselt, aber ich denke, das bekommen wir hin", meint Landtagsabgeordneter Reiner Genilke. Die Brandenburger CDU habe geeignetes Personal, den Weggang von Frau Wanka abzufangen. "In der Fraktionssitzung werden wir heute über den Partei- und Fraktionsvorsitz beraten. Wir hatten ja mit Saskia Ludwig schon einmal eine gute Fraktionsvorsitzende. Ich möchte den Parteigremien aber nicht vorgreifen", so Genilke. Was den konkreten Termin des Weggangs von Johanna Wanka nach Hannover betrifft, so hoffe er, dass der Haushaltsbeschluss für das Land Brandenburg Anfang Mai noch mit ihr unter Dach und Fach gebracht werden kann. dpa/fc/ru