Abgeordnete aus der Linken und der SPD sahen sich veranlasst, an mögliche Ursachen der Schließung zu erinnern. "Hätten wir damals einen Eigenbetrieb für den Rettungsdienst gegründet, wäre das so nicht zustande gekommen", sagte Ingo Paeschke von der Linke-Fraktion. "Auch die Schließung des Fahrdienstes steht damit im Zusammenhang." Landrat Altekrüger wollte dies jedoch nicht auf sich sitzen lassen. "Es bestehen zwei eindeutige Kreistagsbeschlüsse", sagte er. "Auch ich bin betroffen."

Der Vorstand des DRK-Kreisverbandes hatte am Montag erklärt, den Dienst zum Jahresende einzustellen. In einem Schreiben des Vorstands an die Presse hieß es, dass man sich zu der Schließung veranlasst sehe, da der Fahrdienst "bei der vom Landkreis Spree-Neiße durchgeführten Ausschreibung des Schülerspezialverkehrs mit seinen Angeboten, die durchweg nur knapp kostendeckend kalkuliert waren, im Wesentlichen bei der Auftragsvergabe keine Berücksichtigung gefunden hat".

Der Erste Beigeordnete Hermann Kostrewa (SPD) sieht durch den Wegfall des DRK-Fahrdienstes zunächst keine Auswirkungen auf die Schulfahrten der behinderten Kinder. "Wir haben das DRK mit einzelnen Losen beauftragt. Wir werden diese jetzt neu vergeben", sagte Kostrewa. Ob dabei Mehrkosten für den Kreis entstehen können, ist bisher noch nicht abzusehen.

Unterdessen hat die Redaktion eine Beschwerde einer Mutter eines der behinderten Kinder erreicht. "Wir haben den Fahrdienst des DRK viele Jahre als zuverlässigen Partner geschätzt. Die Fahrer waren freundlich und vertrauensvoll", sagt die Mutter, die nicht genannt werden möchte. Ihr Kind werde jetzt von einem anderen Anbieter gefahren. Die Fahrer würden ständig wechseln und sich kaum um die Kinder kümmern. "Denen ist es egal, ob sie Kartoffeln oder Kinder transportieren", sagte sie. In einem Fall habe der Fahrer die Kinder erst eine Stunde später gebracht. "Auf Nachfrage bekam ich die Antwort, dass sie einen Umweg fahren mussten", so die Frau.

Im Zuge der Entscheidung des Kreistages kamen bereits im Sommer Befürchtungen von Eltern auf. Der Landkreis hatte in seinen Ausschreibungsbedingungen festgelegt, dass nach dem Brandenburgischen Vergabegesetz ein Mindestlohn gezahlt werden muss.