Haben Sie mit dem am Ende doch klaren Ergebnis gerechnet?
Nein, keinesfalls. Obwohl ich mich im Vorfeld bei allen Abgeordneten und Fraktionen, die das wünschten, außer bei der DVU, vorgestellt habe und um ihre Stimmen geworben habe.Man könnte angesichts der Sitzkonstellation im Kreistag - SPD-B 90-Grüne und Linke verfügen über 21 Stimmen - meinen, es war ein klassisches Lager-Abstimmungsergebnis.
War es nicht. Das haben sicher auch all jene bemerkt, die beim ersten Jubel nach der Bekanntgabe des Ergebnisses in die Reihen der Abgeordneten schauten, die Sie ansprechen. Gespräche haben mir gezeigt: Ich habe Stimmen aus allen Fraktionen bekommen. Das freut mich sehr, weil ich das als Beleg dafür nehmen will, dass wir alle gemeinsam sachorientiert für die Zukunft unseres Landkreises arbeiten wollen.Klingt schon staatsmännisch. Wie ist Ihr Wahlabend verlaufen?
Nachdem ich viele Glückwünsche empfangen habe und heiser vom vielen Reden war, haben wir den Abend in Familie ganz ruhig ausklingen lassen. Ich will kein Sonnenkönig sein und mich feiern lassen, sondern jetzt loslegen. Sie sind aber noch bei Pro Beton beschäftigt.
Stimmt. Ich mache Ostern zwei Tage frei, gehe noch bis zum 14. April in die Firma, und ab 15. April trete ich mein Amt an.Werden Sie jetzt schon in Verwaltungsthemen einbezogen?
Ja. Heute wird mich der Erste Beigeordnete in die vordringlich anstehenden Aufgaben einweihen.Wer wird Büroleiter, und bleibt Ihr Parteifreund Peter Hans Erster Beigeordneter?
Die Stelle des Büroleiters wird nach genauer Prüfung der Bewerbungen nun zügig besetzt und Hans bleibt auf seinem Posten.Was werden die ersten Aufgaben sein?
Auf jeden Fall Antrittsbesuche in vielen Verwaltungen, Institutionen und bei der Wirtschaft. Ein guter Draht ist mir ganz wichtig.Wo setzen Sie die ersten Schwerpunkte?
Da gibt es viele: Mit der Wirtschaftförderung will ich schnell zu vielen Themen ins Gespräch kommen, zahlreichen Infrastrukturprojekten möchte ich am liebsten ganz schnell neuen Schwung verleihen, mich dazu auch in Potsdam anmelden. Klinikum, die DSL-Problematik, Bundeswehrstandort Holzdorf, die Landwirtschaft - überall will ich mich möglichst zügig einarbeiten. Da warten jede Menge spannende Diskussionen. Und natürlich möchte ich die Mitarbeiter der Verwaltung neu motivieren.Und wirklich keine Feier?
Ich werde mich überall dort, wo nötig, gebührend verabschieden und auch jene einladen, die mir auf dem Weg bis zum Landratsposten geholfen haben.Mit Christian Jaschinski sprach Frank Claus.