An einigen Stellen gibt es dabei jedoch durchaus kritische Situationen. "Die sind aber beherrschbar", so Henrik Schuhr, Leiter der Unteren Naturschutz-, Jagd- und Fischereibehörde des Landkreises.

Er rechnet besonders im Bereich des Mühlenfließes bei Grano und an der Malxe mit einer Zunahme der Probleme. Eine Auswirkung auf die Deiche an den hiesigen Flüssen kann er jedoch nicht erkennen. "Zwei kleine Schwerpunkte gibt es bei Forst und bei Groß Gastrose", so der Behördenleiter. "Dort könnte eine Entnahme vielleicht noch erforderlich werden. Da geht es auch um den Schutz von Menschenleben und den von Tieren auf den Weideflächen." Derzeit sehe es aber nicht danach aus. Löcher in den Deichen, wie sie beim Hochwasser im Sommer unter anderem an der Neiße bei Naundorf aufgetreten sind, seien nicht auf Biber zurückzuführen. "Schlimmer ist es, wenn sie wasserseitig in die Deiche eindringen", so Schuhr. In einigen Landkreisen Brandenburgs sind daher bereits Gitter in die Deiche eingelassen worden, um eine Beschädigung durch die Tiere zu verhindern.

Für die Ausbreitung des Flussnagers sei auch das Revierverhalten der Tiere verantwortlich. "Die Biber-Jungen können nicht ewig im Revier der Eltern bleiben und müssen sich dann etwas Neues suchen", erklärt Schuhr.

Bisher habe man die Anzahl der Tiere im Landkreis unter Kontrolle. "Ob das in der Zukunft jedoch so bleiben wird, das wird sich zeigen", sagt der Kreis-Naturschützer.

Schuhr bittet Betroffene, sich möglichst früh bei der Behörde zu melden. "Es macht mehr Sinn das zu tun, bevor der Schaden richtig groß wird." Über Hinweise bei fehlender Drainage von Gräben und Flussläufen, die durch den Biber verursacht werden, sei er dankbar. "Der Biber stellt uns durchaus vor Probleme. Die möchten wir gemeinsam lösen."

Jedoch gibt der Leiter der Naturschutzbehörde des Landkreises auch zu bedenken, dass nicht jede Feuchtigkeit auf Biber zurückzuführen sei. "Durch den Bergbau sind viele Grundwasserstände gesunken. Oft kehrt die Feuchtigkeit dann dort wieder zurück, wo sie vorher auch schon war", sagte Schuhr. Besonders Feuchtwiesen habe es früher in der Gegend öfter gegeben. "Die sind durch die Kohle verschwunden." Er hoffe daher auf das nötige Feingefühl der Bürger. "Wir wollen, dass die Akzeptanz des Bibers erhalten bleibt", sagte er.

Wer Biber in der Natur beobachten möchte, dem ist dies nicht in jedem Fall erlaubt. "Ein Nachstellen der Tiere ist genehmigungspflichtig", weist der Naturschützer hin. Die streng geschützte Art soll nicht in ihrer natürlichen Umgebung gestört werden. Jedoch sei es jedem Bürger überlassen, nach den Nagern Ausschau zu halten. "Man kann das freie Betreten der Natur durchaus nutzen und mit offenen Augen draußen rumwandern", sagt Schuhr.