Vor allem in den Sommermonaten rennen die Cottbuser der Lagune die Türen ein. Rund 15 000 Besucher waren es jeweils im Juli in den Jahren 2010 und 2011 - und damit fast doppelt soviele wie in normalen Monaten. Für die guten Zahlen sorgen vor allem Sonnenanbeter, die eine Anlage unter freiem Himmel einem Hallenbad vorziehen. Diese Badegäste stehen allerdings vor einem Problem: So müssen sie für das gesamte Bad bezahlen, auch wenn sie nur die Außenanlagen nutzen wollen.

Das soll künftig anders werden, verspricht Geschäftsführer Jens Hackbart. So arbeite das Team derzeit an einem Konzept, um das Freibad als solches zu stärken. Allerdings reichen dafür ein paar beschriebene Seiten nicht aus. Stattdessen müsse in ein eigenständiges Freibad erst einmal investiert werden, so Hackbart. Benötigt werde zum Beispiel ein separater Ein- und Ausgang. Toiletten und Versorgungseinrichtungen müssten außerdem auf dem Gelände neu gebaut werden. Die gibt es zwar bereits - allerdings nur im überdachten Badkomplex, der künftig für die reinen Freibad-Besucher tabu ist.

Die geplanten Neubauten wiederum kosten Geld. Trotz der jüngst vermeldeten Besucherrekorde für das Jahr 2011 ist für die Lagune jede Investition weiterhin ein Kraftakt. Denn nach wie vor schreibt das Freizeitbad rote Zahlen und ist auf einen jährlichen städtischen Zuschuss von rund einer halben Million Euro angewiesen.

Trotzdem soll etwas geschehen. "Denn die jetzige Situation ist eine Schwäche", gibt Hackbart zu. So befindet sich die Einrichtung und damit auch die Besucher im Sommer in einem Eintrittspreis-Dilemma. Auch wenn es Sonderkonditionen gebe, sind diese dann für ein überdachtes Freizeitbad zwar sehr gut, für ein Freibad allerdings immer noch zu teuer. Viele Cottbuser zieht es deshalb an die Badeseen oder zum Beispiel nach Spremberg.

Gegensteuern kann die Lagune nur über den Preis. Spezielle Tarife sind laut Jens Hackbart auch in diesem Sommer geplant. So soll es in der Ferienzeit wieder das Tagesticket für vier Euro (Kinder) beziehungsweise sieben Euro (Erwachsene) geben. "Das ist im letzten Jahr sehr gut angenommen worden", sagt der Badchef. Außerdem gibt es Pläne, ein neues Saisonticket anzubieten, das für die Zeit der Sommerferien zum unbegrenzten Schwimmbad-Eintritt berechtigt. Der Preis dafür steht aber noch nicht fest. "Da müssen wir noch kalkulieren", so Jens Hackbart.

Trotz der Konkurrenz in der Region gehörte die Cottbuser Lagune im vergangenen Jahr übrigens zu den Gewinnern - ausgerechnet wegen der nicht getrennten Badsituation und wegen des miesen Wetters. Während in Forst, Guben oder Spremberg zum Teil nur die Hälfte der sonst üblichen Besucher in die Freibäder kamen, vermeldete das Cottbuser Bad mit 50 000 Gästen von Mai bis Anfang September einen neuen Rekord.