Spreetal. Auf dem Spreetaler See soll Tempo gemacht werden fürs Lausitzer Seenland. Das Gewässer ist auserkoren worden, um Wassersport mit hohen Geschwindigkeiten betreiben zu können. Ein Speedboot-Zentrum soll errichtet werden. Die Gemeinde Spreetal arbeitet daran, am und auf dem See die bürokratischen Hürden für die Nachnutzung zu nehmen.

Dieser Tage sind Messungen für das erforderliche Schalltechnische Gutachten für das Motorbootfahren auf dem Spreetaler See erfolgt. Dieses ist Bestandteil des Genehmigungsverfahrens. Unter Aufsicht der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), die den Spreetaler See und dessen Umfeld noch saniert, ist das Gewässer für die Messungen befahren worden. Die Ingenieurgesellschaft für Bauphysik mit Sitz in Cottbus und der 1. Vizepräsident des DMYV, Hans-Dieter Sudmann, haben die Schlauch- und Motorboote an der Löschwasserentnahmestelle im Zentralteil der gewachsenen Nordwestböschung eingesetzt. „Für die Lärmmessungen wurde das Befahren des Spreetaler Sees mit Motorbooten vom beauftragten Sachverständigen für Geotechnik erlaubt“, bestätigt LMBV-Sprecher Uwe Steinhuber. Getestet wurden mehrere Bootsklassen bis zur Formel ADAC. Das Trainingslager des Motoryachtverbandes für Deutschland soll am Spreetaler See gebaut werden.

Bürgermeister Manfred Heine (CDU) will die Pläne, die das Terrain baureif machen sollen, noch in diesem Jahr in die vorgeschriebene Beteiligungsrunde der öffentlichen Hand und der Bürger bringen. „Eigentlich sollte der Bebauungsplan im Jahr 2011 abgeschlossen werden“, sagt er. Für das erste Quartal 2012 sei dies nunmehr realistisch. Bewusst habe die Gemeinde ein Dresdener Büro beauftragt, das am Geierswalder See das erste Verfahren der Art bereits erfolgreich abgeschlossen habe. Rutschungen im Sanierungsgebiet hatten das Verfahren gebremst. „Wir waren gezwungen, das gesamte vorgesehene Bebauungsgebiet von Kippengelände weiter in den gewachsenen Bereich zu verschieben“, klärt Manfred Heine auf. Die Investoren halten zur Stange, versichert das Gemeindeoberhaupt. Zwei Jetski-Anbieter stehen in den Startlöchern.

Den ursprünglichen Sanierungsplänen der Lausitzer und Mitteldeutschen BergbauVerwaltungsgesellschaft zufolge sollte der Spreetaler See im nächsten Jahr voll nutzbar werden. Rutschungen haben die Sanierer zurückgeworfen.

Der Spreetaler Bürgermeister verspricht sich von dem laufenden Planungsverfahren daher nun konkrete Aussagen der Behörden darüber, wann und in welchem Rahmen der Spreetaler See nun zum Hochgeschwindigkeitssee gemacht werden darf.