16 Jahre lang war das Kuratorium "das fachliche Gewissen für uns", sagte Dr. Wolfgang Voß, Vorsitzender des Stiftungsrates der Pückler-Stiftung. Deshalb gehe sein Dank an alle Mitglieder dieses Gremiums, das unter der Leitung der Dresdener Professorin Erika Schmidt stand, für die jahrelange Begleitung. "Es war für die Entwicklung des Parks ganz wichtig", so Voß. Seine Worte kamen nicht von ungefähr, denn kürzlich fand die letzte Sitzung des Kuratoriums statt. "Nun machen wir einen Quantensprung, nachdem wir x Überzeugungsgespräche geführt haben", so Voß. Gut zweieinhalb Jahre Vorbereitungszeit habe es gebraucht, um ein international besetztes Fachgremium - eben jenen ICB - auf den Weg zu bringen, das sowohl die polnische Parkseite, Bad Muskau und auch Branitz in Fach- und Sachfragen berät. "Aus drei mach eins", brachte es Cord Panning, Geschäftsführer der Pückler-Stiftung, auf den Punkt. Wobei es so einfach nicht sei: "Schließlich gilt es, zwei Ländergrenzen zu überwinden." Um so froher sei man, dass das nun gelungen ist. Auch Prof. Erika Schmidt lobt den Schritt: "Er ist meiner Meinung nach für Welterbestätten einmalig. Man ist hier Vorreiter."Geht es nach den Vorstellungen aller Beteiligten, dann soll der ICB, der übrigens von Brian Dix, einem renommierten Gartenexperten geleitet wird, im Herbst das erste Mal zusammenkommen. "Das wird wohl in Branitz sein", so Cord Panning.Neben dem ICB - dem Gremium der Fachleute - wird es einen Pückler-Konvent geben, der paritätisch von Polen, Bad Muskau und Branitz besetzt wird und den Draht zu den Entscheidungsträgern aus der Politik hält. Vertreter der Kommunen, des Kreises, Landtagsabgeordnete, Unternehmen und Vereine werden dort an den Tagungen teilnehmen. "Damit die Informationen auch in die Region weitergetragen werden", erklärte Erika Schmidt.Auch in der letzten Sitzung des Kuratoriums hatte sich dieses mit Fachfragen zu beschäftigen. Diskutiert wurde, wie es mit den Löwen weitergeht, die noch einer Oberflächenbehandlung bedürfen. "Es herrscht ein Dissens zwischen den einzelner Denkmalbehörden", formuliert es Cord Panning vorsichtig. Geht es nach den Landesdenkmalpflegern in Dresden, dann sollen die Muskauer Löwen vergoldet werden. Internationale Fachleute sehen das anders. "Das ist kein Löwen-, sondern ein Pückler-Park", erklärte Erika Schmidt. Ihrer Ansicht nach lenken vergoldetete Löwen zu sehr die Aufmerksamkeit auf sich und vom Park ab. Zudem waren die Löwen nach historischen Feststellungen länger ohne Vergoldung als mit. Nicht zuletzt sei es eine Frage der Finanzierung. "Wir wollen, dass sich die Diskussion versachlicht. Dazu gehört auch, dass Schätzungen vorgelegt werden, was so etwas kostet. Denn da gibt es wohl derzeit sehr unterschiedliche Aussagen", sagte Erika Schmidt."Vielleicht muss es zwischenzeitlich eine Interimslösung für die Oberflächenbehandlung der Bronzelöwen geben, bis wir uns endgültig entscheiden können.", so Voß abschließend.