Schon in der Vorstellungsrunde zum „Offenen Humortraining“ in Leipzig gibt es viel zu lachen. Manfred Soßong ist Banker. „Da braucht man viel Humor im Moment“, sagt der 59-Jährige. „Alle anderen aber auch“, ruft jemand aus der Runde zurück und erntet vergnügtes Gelächter. Keine Frage, die 18 Teilnehmer, die aus allen Teilen der Republik zum zweitägigen Seminar angereist sind, wollen sich auf das Thema Humor einlassen.

Die Fäden des Trainings hält Eva Ullmann in der Hand. Die 33-Jährige hat sich nach Medizin- und Sozialpädagogik-Studium 2005 mit dem „Deutschen Institut für Humor“ in Leipzig selbstständig gemacht.

Hinter dem etwas staatstragenden Namen verbirgt sich letztlich eine Coaching-Firma. Ullmann ist viel in Unternehmen unterwegs, um Mitarbeitern zu zeigen, wie sie Probleme in der Arbeitswelt mit Humor leichter lösen können. Die „Ressource Humor“ liege in vielen Unternehmen einfach brach, sagt sie.

Dabei geht es Ullmann nicht darum, Witzchen am laufenden Band zu reißen. Sie werde häufiger mal gebeten: „Erzählen sie doch mal bitte einen Witz“, sagt sie. „Das kitzelt nichts bei mir raus. Ich sage dann immer: „Ich bin gar nicht lustig“.“ Ihr Anliegen sei es, die Grundlagen humorvoller Kommunikation zu vermitteln. „Welcher Humor deeskaliert Konflikte?“, laute eine der Fragen, auf die sie Antworten geben wolle.

Ullmann und ihr Team bedienen sich ganz konkreter Übungen, die Kreativität freisetzen sollen. Ob zum Beispiel „Humor-Bingo“ oder „Gehirnkitzeln“ – die Seminarteilnehmer müssen schon sehr frei und ungezwungen an die Sache herangehen. Zum Beispiel sollen sie zu jedem Buchstaben des Wortes „ALLTAG“ Dinge aufschreiben, die sie damit in Verbindung bringen. Jemand schreibt „Leberwurst“, der nächste „Termine“. 20 bis 30 Wörter kommen in dieser Runde zusammen. Ullmann erklärt, so etwas sei eine gute Grundlage für freie Spontanreden.