"Ich hatte sie in Herzform. Und irgendwann folgten alle, auch John Lennon", verriet sie einer englischen Reporterin. Nicht anders stellt man sich die Frau vor, die vor fast 50 Jahren ein nicht minder keckes Kleidungsstück entwarf. Erste Kollektion 1955 Alles begann 1955, als Quant ihre eigene Modeboutique "Bazaar" in London öffnete. Damals war die Lehrertochter erst 21 Jahre alt. Unterstützt von ihrem inzwischen verstorbenen Mann und Geschäftspartner Alexander Plunkett Greene setzte sie die Schere an den Saum und entwarf die erste Mini-Kollektion. Denn die altbackene Mode jener Zeit hielt sie schlicht für "unmöglich" - und ungeeignet, um hinter einem Bus her zu hetzen. Es dauerte nicht lange, bis der Minirock weltweit für Furore sorgte. Was Moralapostel als obszönen Fummel verpönten, versetzte Heerscharen von Frauen - und Männern - in Verzückung. Mehr Freiheit am Bein und im Kopf, das war es, wonach sich Frauen sehnten. Das hatte auch Quant im Sinn, als der Saum weit über die kritische Kniemarke wanderte. "Es machte die Menschen irgendwie glücklich", erklärte sie später. "Es war ein Durchbruch. Es war das Gefühl der Zeit." Spaß statt Provokation Quant wollte immer eher Spaß haben, als provozieren. "Ich wollte keinen Skandal", betonte sie. Und damit der Mini richtig salonfähig wurde und nicht zu viel nackte Haut enthüllte, packte Quant Frauenbeine auch gleich in die ersten Feinstrumpfhosen ein. Selbst die Queen erkannte Quants Verdienste an und verlieh ihr 1966 einen Orden. Der Minirock war zum Symbol der "Swinging Sixties" geworden. Heute lebt das ehemalige "City-Girl" Quant auf dem Land und widmet sich mit Vorliebe der Gartenarbeit. Den Mini holt sie wohl nur noch zu besonderen Anlässen hervor.