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| 01:23 Uhr

Kupfersuche nähert sich Weißwasser

Ein Kupfersucher prüft Bohrproben. Bislang konnte das wertvolle Metall noch nicht zutage gefördert werden. Foto: Preikschat
Ein Kupfersucher prüft Bohrproben. Bislang konnte das wertvolle Metall noch nicht zutage gefördert werden. Foto: Preikschat FOTO: Preikschat
Weißwasser. Die Kupfersucher der polnischen KGHM (Kombinat Górniczo-Hutniczy Miedzi) nehmen nächste Woche nahe Weißwasser den dritten Bohrplatz in Betrieb, den vierten aber wohl erst Anfang nächsten Jahres. Die Erkundungsarbeiten verzögern sich aufgrund technischer Probleme. Von Daniel Preikschat

Bohrstellenleiter Michael Pohl steht in seinem Baucontainer und zeigt auf eine Zeichnung. „So weit sind wir jetzt“, sagt er, „in 580 Meter Tiefe.“ Laut Plan sollte die Firma E + M aus dem bayerischen Hof schon 1300 Meter tief vorgestoßen sein und kupferhaltige Proben zutage gefördert haben. „Technische Probleme“, erklärt Pohl. Nur Sand, Kohle und Kalkmergel habe man bisher gefunden. Vor allem viel Kohle.

Kein Wunder. E+M bohrt für die KGHM Kupfer AG nahe des Tagebaus Nochten zwischen Boxberg und Weißwasser. Mitte Oktober wurde der zweite Bohrplatz nur zwei Kilometer entfernt vom Ersten in Betrieb genommen. In der nächsten Woche werde unweit des Schweren Bergs bei Weißwasser an einer dritten Stelle nach Kupfer gesucht, so Achim Freund von der Ingenieurgesellschaft Geos, ebenfalls KGHM-Partner. Mit dem Einrichten des vierten Bohrplatzes erreichen die Kupfersucher Anfang nächsten Jahres die Stadt Weißwasser selbst. Es gehe dann im Industriegebiet der Stadt in die Tiefe. An den vier Stellen werde den ganzen Winter über gebohrt.

Freund räumt einen Zeitverzug von etwa zwei Monaten bei der Kupfersuche ein. Alle vier Bohrplätze hätten eigentlich noch in diesem Jahr in Betrieb gehen sollen. Auch er spricht von „technischen Problemen“, ohne diese näher erläutern zu wollen.

Die Erlaubnis für die Kupfersuche hat das sächsische Oberbergamt in Freiberg KGHM zunächst zwar nur bis Ende diesen Jahres eingeräumt. Doch habe das Unternehmen bereits eine Verlängerung für die nächsten beiden Jahre beantragt, sagt der Diplom-Geologe. Er ist sicher, dass Freiberg die Konzession wie gewünscht verlängern wird.

Mittlerweile fertiggestellt seien die seismischen Tiefenprofile für das 364 Quadratkilometer große Konzessionsgebiet im Raum Weißwasser-Boxberg-Rietschen, so Freund weiter. Sie müssten jetzt noch ausgewertet werden. Im Abgleich mit den Ergebnissen der Probebohrungen könne so später die Lage der Kupfer führenden Schichten ermittelt und die Standorte der Förderstätten bestimmt werden.

Zum Thema:

Zum ThemaMitte Juli hatte die KGHM Kupfer AG öffentlich den Startschuss für die Kupfersuche in der Oberlausitz gegeben. Zu einer Probebohrung waren Vertreter aller Firmen, Behörden und Kommunen eingeladen, die an der Erkundung beteiligt sind. Ende Juli führte ein Geophysiker-Team in dem Konzessionsgebiet seismische Messungen durch. Nach vier Probebohrungen in diesem Jahr sollen 2012 drei weitere folgen. 130 Millionen Euro investieren die Polen in das Unterfangen.