Mit einem spitzen Hohleisen arbeitet Andreas Tauer an einem Stück Lindenholz faserartige Strukturen heraus. Schnitt für Schnitt entsteht eine gewölbte Oberfläche, die wie eine Bettdecke aus Stroh aussieht. Das soll es auch, schließlich handelt es sich um die Futterraufe einer Weihnachtskrippe. Und darauf wird das Jesuskind platziert.

Weihnachtskrippen sind die Königsdisziplin des Trebitzer Holzbildhauers. Tauer fertigt sie ab einer bestimmten Größe. „Die Figuren sollten mindestens 22 Zentimeter messen, damit auch die Mimik herauszuarbeiten ist“, so der Künstler. Außer Weihnachtskrippen fertigt Andreas Tauer vierarmige Leuchter mit Figuren, handgeschnitzte Engel sowie in Kleinserie Räucherpilze, Nussknacker, Nussschalen und Leuchter. In den letzten Jahren hat er sich immer mehr auf Unikate mit künstlerischem Anspruch verlegt. Krippen beispielsweise entstehen als Einzelstücke in aufwendiger Handarbeit. „Es gibt Kunden, die jedes Jahr eine Figur erwerben, bis die Krippe komplett ist.“ Andreas Tauer ist Holzschnitzer aus Leidenschaft. Dabei hat der 1962 in Herzberg an der Elster geborene Trebitzer ursprünglich beruflich mit Metallbearbeitung zu tun gehabt. Als gelernter Werkzeugmacher hat er bis kurz vor der Wende in dem Herzberger Armaturenwerk gearbeitet. Auch mit der Töpferei hat er einige Jahre Erfahrung gesammelt. Nach der Wende sattelt er auf den nachwachsenden Rohstoff um und wird Holzbildhauer. Jahrelang leitet er den Holzmarkt im Ökospeicher Wulkow. Seit 2002 lebt er in Trebitz als freischaffender Holzbildhauer.

Das Thema Nachhaltigkeit liegt Andreas Tauer besonders am Herzen. So stammt das Holz zum Teil aus dem Alleenverschnitt, wo es sonst geschreddert würde: Linde, Ahorn und selbst Eiche kommen für ihn in Betracht. „Nachhaltig“ bedeutet für Andreas Tauer auch, dass er viele seiner Erzeugnisse unentgeltlich repariert, falls einmal etwas abbrechen sollte. Auf Krippenfiguren gibt er sogar eine lebenslange Garantie.