Zurzeit vermitteln die Benefizausstellung ,,Himmel und Erde“ und umfangreiche Informationen Geschichte und gegenwärtige Lage der Ayoreo- und Nivaclé-Indianer in Paraguay. Urwald-Landrückkäufe sollen gefördert werden.

Zwischen „Himmel und Erde“

Die Ausstellung ,,Himmel und Erde“ zeigt Zeichnungen und auf ihre Lebenswelt bezogene Kunstgegenstände der matriarchal geprägten Indianer im bis 1920 von westlicher Kultur unberührten Gebiet, das sich von Paraguay bis Bolivien erstreckt. Während einer gut besuchten Informationsveranstaltung erklärte die Kunsthistorikerin Gerlinde Böpple die im Stile naiver Kunst gestalteten Zeichnungen von indogenen Künstlern, die das durch die Kolonialisierung durch deutschstämmige Mennoiten veränderte Leben der Nivaclé Indianer darstellen. Frauen bei der Arbeit, Jagdszenen, feindliche Überfälle, aber auch Feste und typische Sportwettkämpfe vermitteln auf den Bildern anschaulich ein Bild vom früheren und heutigen Leben.

Gemeinsam mit ihrem Mann Herbert Böpple hat die Kunsthistorikerin das Leben der Indianer seit Jahrzehnten kennengelernt. Seit fast dreißig Jahren engagieren sie sich im ,,Verein zur Unterstützung indianischer Landforderungen im paraguayischen Chaco“. Herbert Böpple berichtete vor interessierten Zuhörern im Atelierhof aus eigener Anschauung die schwierige Situation für die Urbevölkerung, sich im ureigensten Gebiet, das von Landspekulanten vereinnahmt wurde, wieder ansiedeln und ein selbst bestimmtes Leben entsprechend überlieferter Kultur führen zu können. Filmemacherin Karin Albers kennt das Leben der Indianer in Paraguay ebenfalls seit Jahrzehnten und vermittelte mit ihren Streifen ein lebendiges, wenn auch für Mitteleuropäer mitunter ungewöhnliches Bild vom Leben der indigenen Stämme und von Kampf um Anerkennung ihrer Forderungen in Paraguay.

Ausstellung bis 20. November

170 000 Hektar Land konnten zwar inzwischen gesichert werden, berichtete Herbert Böpple, aber zum Teil wird dort weiter Wald massiv gerodet. Die Ausstellung im Werenzhainer Atelierhof, die noch bis zum 20. November zu sehen ist, will einen kleinen Beitrag für das Landrückkaufprojekt leisten. Die Zeichnungen können käuflich erworben werden. Der Erlös aus den Verkäufen und die Eintrittsgelder kommen den Landrückkäufen zugute.