Die Ausstellung wird am Sonntag, 14 Uhr, eröffnet.

Bereits zum achten Mal stellt der 76-Jährige seine Ansichten der Berstestadt und der Umgebung in Luckau aus. Knapp 50 Bilder hängen ab Sonntag an den Wänden im Rathaus, um auf eine Reise durch die Stadt zu gehen. Die Werke sind in den vergangenen beiden Jahren entstanden.

Mit Pinsel und Farbe hält der Künstler dabei nicht nur die Gegenwart fest, sondern bedient sich auch der Fantasie und Erinnerungen an ein mehr als 50 Jahre altes Luckau. So können die Ausstellungsbesucher erfahren, wie eine Panzersperre im April 1945 die Calauer Vorstadt geteilt hat.

„Da musste ich immer durch, um Milch zu holen“, blickt der Rentner zurück. „Aus einer deutschen Halbkette haben wir damals die Widerstände ausgebaut und für eine Aquariumheizung genutzt“, erinnert sich der Künstler weiter an seine Kindheit.

Auch alte Postkarten und Vorlagen dienten Horst Rutzka als Vorlage. So bringt er bei seiner diesjährigen Ausstellung das alte Gefängnis zurück an die Berste.

Die Ideen, wie er seine Heimatstadt in den gerahmten Bildern festhalten kann, gehen dem Künstler nicht aus. Wohl jeder Bewohner der Gartenstadt hat eine Erinnerung an die Orte, aus denen der 76-Jährige seinen malerischen Blick auf Landschaft und Gebäude lenkt.

Ein Kornfeld vor der Stadt kann so ebenso entdeckt werden, wie die Kulturkirche, festgehalten vom Stadtgraben aus. Gerne verlässt der Maler auch die Stadt, um in der Umgebung auf Motivsuche zu gehen. So hängen Eindrücke der überschwemmten Beke bei Gießmannsdorf, von Kopfweiden in Kasel-Golzig und des Flüchtlingsfriedhofes in Cahnsdorf ab sofort an den Rathauswänden.

Ein Lieblingsbild habe der Luckauer in seiner Sammlung nicht. „Jedes hat seine eigene Entstehungsgeschichte und ist einzigartig.“ Eines seiner Werke springt ihm dann aber doch ins Auge. „Wenn ich zu Hause noch Platz hätte, würde ich das Bild mit den Eichen am Schützenplatz behalten“, sagt er bei einem Blick auf die mächtigen Bäume.

Aus der Fantasie heraus lässt der Maler auch mal historische Gebäude wandern. So zwinkert dem Betrachter auf dem einen oder anderen Bild der Rote Turm und das Schützenhaus von einer nicht ganz so gewohnten Stelle zu. „Ich habe eine Idee, fange an zu malen und gucke, wie es zusammen passt“, so der Urheber.

Den ganzen Dezember lang sollen die Werke des Luckauer Malers im Rathaussaal zu sehen sein. Jedes der Bilder ist verkäuflich. Mit dem Erlös will Horst Rutzka auch seiner Heimat weiter helfen.

Schnell sei für ihn klar gewesen, dass er mit seiner Leidenschaft die gemeinsame Spendenaktion der Stadt und der Kirchengemeinde unterstützen will, mit der das Geld für die Reparatur der Bronzeglocke aufgebracht werden soll. So sollen der Erlös einer Laga-Park-Ansicht mit bunten Rhododendronpflanzen sowie eine verbildlichte Vase mit Sonnenblumen auf das Spendenkonto wandern.