Mancher Arbeitnehmer möchte noch vor Jobantritt seine Stelle wieder kündigen. Grund ist meist, dass der Bewerber noch ein zweites, besseres Angebot bekommen hat. Doch eine Kündigung ist dann nicht immer möglich, warnt Hans-Georg Meier, Fachanwalt für Arbeitsrecht.

Zwar gebe es den Grundsatz der Kündigungsfreiheit, danach ist es so das Arbeitnehmer jederzeit gehen können. Doch manche Arbeitsverträge enthielten bisher Klauseln, die eine Kündigung vor Jobbeginn ausdrücklich ausschließen.

Der Sinn solcher Klauseln sei für den Arbeitgeber, zusätzliche Kosten etwa für ein erneutes Bewerbungsverfahren zu vermeiden, erklärt Meier, der Mitglied im Ausschuss Arbeitsrecht des Deutschen Anwaltvereins ist. In so einem Fall bleibt Arbeitnehmern nur zu prüfen, ob die Klausel in dem Vertrag unwirksam ist. Das ist dann der Fall, wenn der Arbeitnehmer vor Dienstantritt nicht kündigen darf der Arbeitgeber aber schon. Fehlt eine entsprechende Klausel oder sie ist unwirksam, müssen Arbeitnehmer ganz normal eine schriftliche Kündigung schreiben, sagt Meier. Dabei sind regulär die im Vertrag festgelegten Kündigungsfristen einzuhalten. Unter Umständen kann es also sein, dass ein Arbeitnehmer trotz Kündigung noch einige Tage in der Firma zur Arbeit erscheinen muss.

Keine gute Idee hingegen ist es, ohne eine ordentliche Kündigung der Arbeit einfach fernzubleiben. Das ist eine Verletzung der arbeitsvertraglichen Pflichten und Arbeitnehmer müssen dem Arbeitgeber dann im schlimmsten Fall sogar Schadenersatz zahlen.