Die Ende Oktober auf dem Gelände der vatikanischen Botschaft in Rom entdeckten Knochen sollen aus einer Zeit vor 1964 stammen, heißt es unter Berufung auf Ermittlerkreise.

Den Berichten zufolge werden die Überreste derzeit an zwei Instituten untersucht. Zu ihnen gehört ein Speziallabor in Caserta bei Neapel. Per Radio-Karbon-Methode soll das exakte Alter der Fundstücke bestimmt werden.

Medien hatten zunächst spekuliert, die Knochen könnten zu zwei 1983 spurlos verschwundenen Mädchen, Emanuela Orlandi und Mirella Gregori, gehören. Die Skelett-Teile waren am 29. Oktober bei Renovierungsarbeiten auf dem Gelände der vatikanischen Nuntiatur gefunden worden.

Arbeiter stießen darauf, als sie den Kellerfußboden eines Nebengebäudes aufrissen. Der Vatikan schaltete die italienische Staatsanwaltschaft ein, die Ermittlungen aufnahm und wegen eines möglichen Mordes ein Verfahren einleitete. Die Ermittlungen sollen weitergehen.

Insbesondere der Fall der damals 15-jährigen vatikanischen Staatsbürgerin Emanuela Orlandi gehört zu den aufsehenerregendsten Kriminalfällen der jüngeren italienischen Geschichte. Über das Schicksal des Mädchens, Tochter eines Vatikanangestellten, gibt es trotz unzähliger Spekulationen keine gesicherten Erkenntnisse.