Ich bin kein Fan von allzu vielen persönlichen Problemchen der Ermittler in Tatort und Polizeiruf. So. Blöde Voraussetzung für diesen Rostocker Krimi, weil viel persönlicher geht es ja wohl nicht mehr. Da baut Bukows Sohnemann mal so richtig großen Mist, Bukow darf nicht ermittelt, tut’s trotzdem (Überraschung) und fährt währenddessen gleich mehrfach aus der Haut (Überraschung 2). Und jetzt? Den Krimi gleich niederschreiben, weil es dann doch an Einfallsreichtum bei den Drehbuchschreibern fehlt, oder den Krimi loben, weil er aus ganz vielen Allgemeinplätzen ein sehenswertes und bisweilen überraschendes (ja, das ist diesmal ernst gemeint) Filmchen zaubert, das zu allem (positiven) Überfluss auch noch einen Blick auf reale Missstände bei der Betreuung schwieriger Jugendlicher wirft. Ich bin mir unsicher – soll ich nun das Prinzip „Bloß nicht zu viel Persönliches“ über Bord werfen, weil gerade dieser Polizeiruf recht ordentlich war und noch mitreißender, weil er eben von einer persönlichen Geschichte des Kommissars erzählte? Nein, wohl eher nicht, denn nur weil Charly Hübner so spielen kann, heißt das nicht, dass andere das auch können. Schade nur, dass seine Kollegin nur noch eine Randfigur zu sein scheint. Immerhin kann  – als eine der wenigen – Anneke Kim Sarnau Hübner das Wasser reichen.