So mal grundsätzlich: Bisher hatte der Magedburger Polizeiruf nicht wirklich viel zu bieten außer eine Enduro fahrende Lara Croft-Kommissarin, die – Überraschung – familiäre Probleme hat und – Überraschung Nummer zwei – ihren Kollegen nicht besonders mag. Und da es schließlich immer der erste Eindruck ist, der sich besonders tief einbrennt, erwarte zumindest ich nicht viel aus der Landeshauptstadt der Nachbarn. Glücklich der, der dennoch eingeschaltet hat am Sonntagabend, denn – und das ist die einzig wirkliche Überraschung – der Krimi war gar nicht mal so übel. Da spielen Claudia Michelsen und der großartige Matthias Matschke zuerst mit der Erwartung des Zuschauers, es könne sich um einen Serientäter handeln, der die arme Kim Pohlmann wirklich sehr unvorteilhaft zugerichtet hat. Und sie spielen genau so, dass der Zuschauer gleich weiß: Nö, kein Serientäter. Allerdings war zumindest mir bis zum Schluss nicht so wirklich klar, wer denn nun der böse Bube ist. Der Ausbilder – siehe da. Wer nicht eingeschaltet hat, hat nicht nur Matschke verpasst, sondern auch einen starken Felix Vörtler als Kriminalrat, der so eigentlich überhaupt nicht weg will und nur darauf wartet, dass ihn jemand auf seinem Posten hält. Magdeburg: der Film ist dir echt gelungen.