Tina „The Killer“ und Küng „Der Pate von Luzern“ hätten eigentlich ein ganz hübsches Paar abgegeben. Ein bisschen brutal, ein bisschen dumm, ein bisschen eingesperrt. Aber das wäre auch alles ein bisschen zu einfach gewesen. Während die eine im Luftschutzbunker verdurstet, verfüttert der andere Notizzettel im Knast.

Der letzte Tatort vor der Sommerpause kommt aus der Schweiz. Und die Schweizer sind wie gewohnt ein wenig gemächlich. So richtig böse ausflippen, das überlassen die Liz und der Reto lieber anderen Krimi-Kollegen. Aber ihren Chef veräppeln, das können sie dafür ganz gut. Zurück zum Wesentlichen: die Durststrecke! Die musste nicht nur Tina „The Killer“ durchleben, sondern auch der Zuschauer. In den 90 Tatort-Minuten gab es einige Gelegenheiten, gemütlich den Weg zu Wasserhahn und Teekanne zu beschreiten. Ob es wohl schon mal einen lascheren Knastbrüder-Talk im deutschen TV zu sehen gab? Dabei geht es doch um die ganz großen Doping-Geschäfte. „Wenn Du nicht stoffst, kannst Du gleich aufhören“, sagt der Boxtrainer. „Ich will diese Scheiße nicht mehr machen“, sagt Tina. Dann landet sie im  Doping-Bunker.

Eine Eins plus gibt’s dafür für die höchst kreative Schweizer Ermittlungstaktik: Polizistenonkel Heinz geht freiwillig als Häftling in den Knast, den er selbst zur Hälfte mit Insassen gefüllt hat. Ja, kann es einen angenehmeren Arbeitsort für einen Kommissar geben? Am Ende liegt erstaunlicherweise ein anderer mit Kugelschreibermine im Hals auf dem kalten Fliesenboden. Dank Stromabschalte, Verdurstungscountdown und Knast-Drama wird es sogar noch einmal spannend. Alles in allem liefern die Schweizer eine Durststrecke mit wachhaltenden Erfrischungssprenklern. Übrigens: Der letzte Tatort vor der Sommerpause war gleichzeitig auch der vorletzte mit Reto und Liz. Einmal noch und dann – um es mit Flückigers Worten zu sagen – „Aus die Laus!“