Das war’s dann wohl mit Flückiger und Ritchard. Ich bin ehrlich, vor ein paar Jahren hätte ich noch gesagt: Gott sei’s gedankt. Aber irgendwie ist es dann doch schade, dass die beiden von der Bildfläche verschwinden.

Der Tatort aus der Schweiz hatte immer ein oder zwei Probleme: Zunächst einmal, und das überrascht bei einem Film aus dem südlichen Nachbarland nicht wirklich, pflegte man dort eine extrem langsame Erzählweise. Actionszenen waren in etwa so, als ob man einen Stuttgarter Tatort in Zeitlupe abspielen würde. Verzeihen Sie es mir, liebe Schweizer, aber wenn Sie sich erschreckt haben, waren wir schon eingeschlafen.

Und dann das mit der Synchronisation. Der Tatort ist urdeutsch. Da stört auch ein deutlicher österreichischer oder schweizerischer Akzent nicht, aber eine Synchronisation umso mehr. Einerseits glaubt der Zuschauer so, einen ausländischen, vielleicht gar US-amerikanischen Krimi zu sehen, andererseits sind Ausstattung, Regie, Bild, Ton einem Tatort angemessen – nicht ganz so teuer, dafür eben heimisch. Das irritiert. Da konnten freilich die Schweizer Tatort-Macher nie etwas dafür, aber irgendwie wirkte in den Luzerner Tatort-Folgen immer alles ein wenig windschief.

Gut, genug gemeckert. Den Abschied haben sich Flückiger und Ritschard etwas kosten lassen. Der Krimi war sehenswert, eine ordentliche Geschichte spannend erzählt. Etwas spannender wär’s ohne die Schweizer Langsamkeit gewesen, aber gut, Schwamm drüber. Einschalten hat sich gelohnt.

Erst in dieser letzten Folge ist so richtig deutlich geworden, dass sich Schönling Flückiger, einst Liebschaft von Bodensee-Kommissarin Klara Blum, in den letzten Folgen zunehmend in Richtung Schimanski-Double entwickelt hatte.

Natürlich, den Horst macht keiner so gut wie Götz George, trotzdem: dem Flückiger stand das ziemlich gut. Genauso wie seine nahezu unkontrollierte Leidenschaft für Recht und Ordnung (huch, jetzt sind wir bei Knight Rider gelandet).

Über die ist er in seinem letzten Fall gestolpert. Danke, lieber Macher, dass sie ihn nicht so theatralisch haben sterben lassen wie Stedefreund aus Bremen. Sie erinnern sich?

Nein, das war ein Schweizer Abschied mit viel Stil. Und ja, es ist schade, dass die beiden ihre Knarren an die Nägel hängen.

Schweizer Tatort-Folgen wird es aber weiterhin geben – ohne die beiden Ermittler aus Luzern, dafür mit zwei Kommissarinnen in Zürich. Immerhin: Auch Zürich ist schön. Und hoffentlich ein bisschen flinker beim Erzählen als das gediegene Luzern.