"Das, was wir jetzt auf den Weg gebracht haben, sind erste Schritte. Es sind logische Schritte. Die Frage ist aber: Wie sehen die weiteren Schritte aus", erklärte der SPD-Fraktionsvorsitzende Andreas Petzold im Kreistag. Bisher beschlossen ist die Zusammenlegung der Ausländerbehörde unter Führung der Stadt Cottbus und die Fusion der Fachbereiche für Landwirtschaft, Veterinär- und Lebensmittelüberwachung unter dem Dach des Landkreises Spree-Neiße.

Mit dem Kreis Oberspreewald-Lausitz soll zudem ein gemeinsames Kataster- und Vermessungsamt geschaffen werden. Die drei fusionierten Behörden sollen zum 1. April starten. Die Einspareffekte sind aus Sicht des Kreistages allerdings gering. Auch deshalb drängen manche auf weitere Kooperationen.

Landrat wiegelt ab

"Wir sollten zunächst einmal die Empfehlungen der Enquetekommission des Landtages abwarten", bremst hingegen Landrat Harald Altekrüger (CDU). Diese wolle im Sommer ihre Vorstellungen zur Funktional- und Gebietsreform vorlegen. "Davon werden wir dann unsere nächsten Schritte ableiten", so Altekrüger. Denkbar wäre etwa eine gemeinsame Wirtschaftsförderung.

Zunächst einmal habe man das gemacht, was jetzt möglich ist. "Jetzt sollten wir die Umsetzung vorantreiben und danach auswerten, ob das der richtige Weg ist oder ob man dann doch über eine Fusion mit Cottbus nachdenken sollte", erklärte Altekrüger im Kreistag – und fügte gleich hinzu: "Darüber reden wir derzeit nicht!"

FDP macht Druck

Auf das Gaspedal möchte hingegen Jürgen Türk (FDP) drücken. "Meine Empfehlung ist, nicht auf die Enquetekommission zu warten. Es ist schon genug zeit verstrichen. Wir sollten als Kreistag eigene Vorschläge machen und damit auf Cottbus zugehen." Eine Zusammenarbeit bei der Wirtschaftsförderung sei überfällig, so Türk. "Wir müssen effektiver werden", mahnt der Haushaltspolitiker der FDP.

Vor übertriebener Eile warnt der Beigeordnete der Kreisverwaltung Olaf Lalk (CDU). "Der Prozess, den wir jetzt über ein Jahr geschafft haben, war steinig und schwer", sagt Lalk. Bis zur tatsächlichen Umsetzung zum 1. April sei noch viel Kraft nötig. "Personalrechtlich stehen uns die schwersten Aufgaben jetzt erst bevor", so Lalk.

Mitarbeiter müssten den Arbeitgeber wechseln, neue Strukturen geschaffen und umgesetzt werden. Diesen Weg solle man zunächst einmal zu Ende gehen und dann auswerten. "Darauf aufbauend kann es dann weitergehen", so Lalk. Um darüber zu diskutieren, sei es aber noch zu früh.

Zum Thema:
Für folgende Behörden haben die Stadt Cottbus und der Landkreis Spree-Neiße eine Kooperation ab 1. April 2013 vereinbart:Ausländerbehörde: Der Landkreis Spree-Neiße delegiert die Aufgabe an die Stadt Cottbus, wo die Behörde künftig sitzen wird. In Forst soll es eine Außenstelle geben. Die 14 Mitarbeiter werden Bedienstete der Stadt Cottbus. Ersparnis: 230 000 Euro.Landwirtschaft/Veterinär- und Lebensmittelüberwachung: Hier wird Spree-Neiße die Aufgaben von Cottbus übernehmen. Sitz der 36 Mitarbeiter starken Verwaltung wird in Forst sein, in Cottbus gibt es eine Außenstelle. Spareffekt: 14 200 Euro.Fischereischeine: Diese können Bürger demnächst sowohl in Cottbus als auch in Forst abholen. Die Zusammenarbeit soll vor allem den Bürgerservice erhöhen. Einsparungen: keineKataster- und Vermessungsamt: Hier wollen Cottbus und Spree-Neiße mit dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz zusammenarbeiten. Ob Cottbus am 18. Dezember den Vertrag beschließt, ist offen. Dienstherr für die 83 Mitarbeiter der neuen Großbehörde soll der Landkreis Spree-Neiße werden. Einsparungen: 186 000 Euro im Jahr.