Doch offenbar sitzt bei einigen der Frust über diese Entscheidung noch tief. Das wurde am Mittwochabend im Kreisausschuss deutlich, als die Abgeordneten des Gremiums eine Vergabe verhinderten. Die Verwaltung hatte Anwaltskanzleien angeschrieben, die die Ausschreibung juristisch begleiten sollen. Immerhin sei ein solches europaweites Ausschreibungsverfahren ein sehr komplexer Prozess, für den es gezieltes Fachwissen verlange, erklärte der Beigeordnete Olaf Lalk (CDU). Die Kosten dafür wollen die Krankenkassen tragen. Entsprechend hatte die Verwaltung den günstigsten Anbieter ermittelt und dem Kreisausschuss empfohlen. Doch dort scheiterte die Vergabe mit vier zu fünf Stimmen. Warum? Das deutete sich in einer Anfrage des SPD-Fraktionsvorsitzenden Jörg Rakete (SPD) an, der wissen wollte, warum die Krankenkassen bereit seien, 30 000 Euro für die juristische Begleitung auszugeben, nicht aber die Gründungskosten für einen kommunalen Eigenbetrieb. Dies konnte im Ausschuss freilich niemand beantworten, genauso wenig wie die Frage, wie es nun weitergehen soll.