Pro Einwohner fließen im laufenden Haushaltsjahr 1860 Euro in den Verwaltungshaushalt. Dabei ist der Kreis praktisch ausschließlich auf Zuweisungen von Land (Schlüsselzuweisungen 34,1 Millionen Euro) und Bund (94 Millionen Euro) sowie auf die Beteiligung der kreisangehörigen Städte und Gemeinden (Kreisumlage 58,7 Millionen Euro) angewiesen. Die Pro-Kopf-Ausgaben in Spree-Neiße liegen mit 2230 Euro allerdings deutlich höher. Der Kreis kommt keinen Tag des Jahres mehr ohne Kassenkredit aus und zahlt dafür rund zwei Millionen Euro jährlich allein an Zinsen. Im vergangenen Jahr war es zwar gelungen, das durch eine permanente Unterfinanzierung des Kreises entstandene Haushaltsloch von etwa 50 Millionen Euro teilweise zu stopfen. Denn neben einer Finanzspritze des Landes aus dem Topf für Not leidende Kommunen hatte Spree-Neiße zudem selbst mehr als sechs Millionen Euro gespart. Doch die Prognose für das Jahr 2010 sei denkbar schlecht, bestätigt Finanzdezernent Carsten Billing. Der Fehlbetrag werde wieder steigen. Zusätzliche Belastungen haben den Kreis schon im laufenden Jahr getroffen: um 588 000 Euro geringere Schlüsselzuweisungen, um zwei Millionen Euro erhöhte Personalausgaben aufgrund der Tarifabschlüsse, dazu Mehrausgaben in Höhe von 1,5 Millionen Euro im sozialen und weitere 1,6 Millionen Euro im Jugendbereich. "Den rückläufigen Zuweisungen steht ein kontinuierlicher Anstieg der Ausgaben für Aufgaben gegenüber, zu denen der Kreis gesetzlich verpflichtet ist", erklärt der Finanzdezernent. Für die soziale Sicherung der Bevölkerung müssen bereits mehr als 60 Prozent des Verwaltungsetats ausgegeben werden.Im Investitionshaushalt sind ebenfalls sinkende Einnahmen zu verzeichnen. Kurzfristig hat das Konjunkturpaket des Bundes noch vier Millionen Euro mehr als geplant in die Kasse gespült. In die Schulen fließt das Geld.