Es könnten über 100 Fälle sein, sagte ein Sprecher der Behörde. Der Angeklagte soll sich nach Aussagen von Mithäftlingen mit seinen Taten gebrüstet und sich "als größter Serienmörder der Nachkriegsgeschichte" bezeichnet haben. Laut Anklage soll der 38-Jährige das Medikament nicht aus Mitleid mit den Schwerkranken verabreicht haben, sondern um seine Fähigkeiten bei der Reanimation vorführen zu können, später auch aus Langeweile.

Der 38-Jährige muss sich seit September vor dem Landgericht Oldenburg verantworten. Ihm wird dreifacher Mord und zweifacher Mordversuch vorgeworfen. Wegen einer ähnlichen Tat war der Mann bereits 2008 zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Einen Verdacht auf weitere Fälle hatten die Ermittler schon damals, er ließ sich nach Polizeiangaben aber nicht erhärten. Ein Sachverständiger solle jetzt alle Todesfälle im Klinikum Delmenhorst in der Zeit von März 2003 bis Juni 2005 untersuchen, in denen der Krankenpfleger zum Zeitpunkt des Todes eines Patienten oder unmittelbar davor Dienst hatte. Ermittelt werde in den Fällen, in denen der Gestorbene nicht feuerbestattet wurde. Der Angeklagte schweigt zu den Vorwürfen.