Endlich wieder eine Stadtverordnetenversammlung - sogar in den Ferien, am 15. Juli. Der Magistrat brachte ein neues Gesicht mit - den in der 20. Woche 1913 eingestellten "Assessor Dr. Nottebohm". Neben allerlei Personalien wurden 150 Mark für Erweiterung der Räume in der Hilfsschule genehmigt. "Von dem Revisionsbericht der Kämmereikasse vom 20 Juni sowie von der Festsetzung des Witwen resp. Waisengeldes für die Witwe des verstorbenen Meldeamtsverwalters Noack nahm die Versammlung debattelos Kenntnis." Dann folgten einige weitere pekuniäre Angelegenheiten. Lehrer Höhne erhielt 13,35 Mark Umzugskosten erstattet. Wenn er die Stelle innerhalb von fünf Jahren aufgibt, müsste er sie zurückzahlen. Da alle Dienstboten ab dem 1. Januar 1914 in die allgemeine Versicherung einbezogen sind, wurde das Krankenhausabonnement für sie aufgehoben. Und für alle Lehrlinge und Arbeiter unter 18 Jahren war die Fortbildungsschulpflicht eingeführt worden. Damit erhöhte sich die Schülerzahl der Spremberger Fortbildungsschule um 120. Dem Antrag auf Erhöhung des Staatszuschusses war mit 3580 Mark stattgegeben worden. Daraufhin erhielt der Direktor 120 Mark und der Schuldiener 30 Mark mehr - jährlich, wohlgemerkt. Nun, heute wäre das völlig ausgeschlossen - die Regierung beschließt eher etwas und die Gemeinden, die sowieso kein Geld haben, dürfen es dann auch noch bezahlen.

"An der Zedlitzstraße, Ecke der Turnstraße ist ein Briefkasten angebracht worden und damit eine langgehegter Wunsch der Anwohner (. . .) erfüllt worden." Ob wir so etwas auch noch einmal erleben werden? Spremberg hatte jetzt, vom 12. Juli an, eine neue Polizeiverordnung mit 19 Paragrafen. Einige Reglungen waren neu. So dürfen Kinderwagen sogar auf den Bürgersteigen und Fußwegen fahren. Aber: "Zusammenstehen von Personen auf Bürgersteigen ist verboten. ( . . .) Nur langsam darf gefahren oder geritten werden: (. . .) in der Nähe von Kirchen während des Gottesdienstes und in der Nähe von Leichenzügen. (. . .) Läufige Hündinnen müssen innerhalb der Gebäude oder eingefriedeten Grundstücke gehalten werden. (. . .) Das Baden in der Spree außerhalb der Badeanstalten in der Nähe von Brücken und öffentlichen Wegen ist verboten.

WitzEs hat alles sein Gutes. Freund: "Ich begreife nicht, wie Sie dulden können, dass Ihre Frau alle Versammlungen der Frauenrechtlerinnen besucht!" Ehemann: "Dulden? Nichts könnte mir lieber sein. Ich kann jetzt so spät nach Hause kommen, wie ich will, meine Frau ist nie da, um mir eine Gardinenpredigt zu halten!"