Dazu entwickelt die Bundesnetzagentur derzeit eine Sperrliste, in die sich jeder Anschlussinhaber über seinen Telefonanbieter kostenlos eintragen lassen kann, wie die Behörde bekannt gab. R-Gespräche werden anders als gewöhnliche Telefonate erst durch das Drücken einer Tastenkombination angenommen. Dabei trägt nicht der Anrufer, sondern der Angerufene die Kosten.
Die Sperrung eines Telefonanschlusses für R-Gespräche könne sinnvoll sein, wenn der Anschlussinhaber nicht immer volle Kontrolle über den Anschluss hat, zum Beispiel in Hotels, am Arbeitsplatz oder wenn Kinder im Haushalt sind. Telefonanbieter sind ab September verpflichtet, täglich alle bei ihnen eingegangenen Sperraufträge an die Bundesnetzagentur zu übermitteln. Ebenso seien alle Anbieter von R-Gesprächen dazu verpflichtet, die Liste mit den Sperrdaten täglich bei der Behörde abzurufen.
Im März 2006 hatte der Bundesgerichtshof (BGH) geurteilt, dass Eltern vorerst nicht für Kosten von R-Gesprächen haften, die ihre Kinder durch die Annahme eines solchen Gespräches verursacht haben. Der BGH betonte, dass die gegenwärtig möglichen Sperr-Maßnahmen wie eine Vollsperrung des Anschlusses für Dritte oder eine Sperrung der eigenen Rufnummer bei R-Gesprächen "unzumutbar" seien. Der BGH forderte eine von der Regulierungsbehörde geführte Sperrliste, wie sie die Bundesnetzagentur derzeit erarbeitet. (ddp.djn/sh)