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| 01:34 Uhr

Kostenfalle „Lotto-Abo“ am Telefon

Potsdam. Ohne ausdrückliche Einwilligung sind Werbeanrufe lästig, wettbewerbswidrig – und Telefonwerbung für öffentliche Glücksspiele wie „Lotto“ sogar ausdrücklich verboten. red/gz

Dennoch berichten viele Brandenburger in fast allen Beratungsstellen der Verbraucherzentrale derzeit von Anrufen, bei denen für die Verlängerung eines angeblich bestehenden Lotto-Abos geworben wird. Zum Anlocken werde dabei in die Waagschale gelegt, dass man mit einem Abo keine Gewinnchance mehr verpassen kann.

Auflegen, nichts bestätigen

Juristin Sabine Fischer-Volk rät: “Auflegen und keine Kontodaten bestätigen!„ Die “zum Abgleich„ vorgelesenen Kontodaten wirken auf viele Betroffene jedoch glaubwürdig und lassen sie in die “Abo-Falle„ tappen. Im Nachhinein erst wird ihnen klar, dass sie nie ein Lotto-Abo hatten. Verbraucherschützerin Sabine Fischer-Volk: “Wenn kein Abo-Vertrag besteht, kann auch nicht verlängert werden. Verbraucher sollten auf keinen Fall ihre Kontodaten bestätigen oder preisgeben!„

Dem Szenario folgen monatliche Abbuchungen vom Konto und bei Nichtzahlung Mahnungen von Inkassobüros. Manche Betroffene berichten von monatelangen Verlusten von mehreren Tausend Euro.

Ein Straftatbestand

Laut Juristin Fischer-Volk verstößt dies gleich mehrfach gegen das Gesetz: “Unerlaubte Werbeanrufe für Lotto-Abos sind nicht nur wettbewerbswidrig, sondern nach dem Glücksspielstaatsvertrag ausdrücklich verboten!„ Haben die Firmen unabhängig von der Telefonwerbung nicht einmal eine Erlaubnis des Brandenburger Innenministeriums zur Vermittlung oder Veranstaltung von öffentlichen Glücksspielen, sind die vermeintlichen Abo-Verträge ohnehin nichtig. Allerdings bestehen auch keine Rechtsansprüche auf Gewinne und gezahlte Einsätze. Zudem können sich die anrufenden Firmen und teilnehmende Verbraucher strafbar machen. “Wer schon hereingefallen ist, sollte die untergeschobenen Lotto-Abos nachweislich per Einwurf-Einschreiben widerrufen.„ “Unberechtigt abgebuchte Beträge können bis zu sechs Wochen ab Rechnungsabschluss zurückgebucht werden, in Einzelfällen darüber hinaus. Da der unberechtigte Zugriff auf private Konten eine Straftat darstellt, sollte Anzeige bei der Polizei erstattet werden.„

Zum Thema:
Wo es Unterstützung gibtIndividuellen Rat erhalten Betroffene in den Verbraucherberatungsstellen. Terminvereinbarung bitte unter Tel. 01805 00 40 49 montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr (14 Ct/min aus dem deutschen Festnetz, mobil max. 42 ct/min) sowie- am Beratungstelefon unter Tel. 09001 775770 montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr (ein Euro/Minute aus deutschem Festnetz, mobil abweichend).