Das Lausitzer Seenland soll langfristig zu einer Region wachsen - über die Ländergrenzen von Brandenburg und Sachsen hinaus. Doch es stoßen verschiedene Verwaltungen und Entwicklungsstufen aufein ander. Der Zweckverband Lausitzer Seenland Sachsen arbeitet eng mit seinem Pendant auf der brandenburgischen Seite zusammen. "Wir brauchen beide Zweckverbände, um die Verwaltungshürden zu meistern", erklärt Daniel Just, Geschäftsführer in der Hoyerswerdaer Geschäftsstelle des Zweckverbandes Lausitzer Seenlandes. "Wir sind Partner und keine Konkurrenten."

Infrastruktur im Fokus

Allein der Landkreis Bautzen und die Stadt Hoyerswerda halten jeweils 25 Prozent am Zweckverband. Auch Elsterheide, Spreetal, Lauta, Lohsa und Boxberg sind Mitglieder. Gemeinsam entscheiden sie, wie das Seenland in Sachsen strukturell vorangebracht werden kann. Dazu gehört unter anderem die Infrastruktur für Schiffe, Radfahrer, Wanderer und demnächst auch für den rollenden Verkehr. "Vorrangiges Ziel ist natürlich in der Schiffbarkeit, damit zukünftig die zehn Seen über die 13 Überleiter erreichbar sind", erklärt Just. "Wir gleichen auch die Wegeleitsysteme und Kilometrierung an", so Just.

Während der Tourismusverband Lausitzer Seenland die Vermarktung übernimmt, schaffe der Zweckverband die Grundlagen für den Tourismus, erklärt Just. Da der Zweckverband Mitglied im Tourismusverband ist, werde Hand in Hand gearbeitet. "Genauso läuft es auch mit dem brandenburgischen Zweckverband und dem Bergbausanierer LMBV", erklärt Just. Denn besonders von der Arbeit der LMBV hänge es ab, ob der Zweckverband Freiflächen verwenden darf. "Sicherheit geht immer vor. Wir können nicht auf wackligem Grund bauen", so Just.

Eines der größten Probleme ist daher derzeit der Mangel an verfügbaren Flächen. Das kann sich aber durchaus in einen Vorteil verwandeln, sagt Just: "Unsere Freiflächen entwickeln sich erst noch. Das heißt, die Investoren können ihre Ideen verwirklichen und sind nicht an Bestehendes gebunden." Das locke regionale Investoren, die an das Projekt Seenland glauben.

2003 entstand ein regionales Entwicklungskonzept. "Das wird überarbeitet. In zehn Jahren hat sich einiges verändert", sagt Just. So sei früher der Scheibesee nur als Grüngebiet gesehen worden, während heute über touristische Nutzung nachgedacht werde.

Stolz auf Bärwalder See

Auf die Entwicklung am Geierswalder und am Bärwalder See ist der Verband stolz: "So wünschen wir uns das auch für die nächsten Seen", sagt Just. Denn sie zeigen, dass durch die Ansiedlung von Investoren und Veranstaltungen ein begehrter Anlaufpunkt geschaffen werden kann.

Auch der Partwitzer See soll diesen Status erreichen. Der Barbara-Kanal soll daher nächstes Jahr schiffbar sein. "Das ist zumindest die Planung, doch es kann immer etwas dazwischen kommen und uns um Jahre zurückwerfen", erklärt Just und erinnert an die Rutschung vor drei Jahren nahe Bergen.