Oftmals mit dem letzten Aufgebot antretend, machte das Team es den durchweg favorisierten Gegnern dennoch fast immer sehr schwer.

Mit einem soliden, aber in der Breite unzureichenden Kader gingen die Laubsdorfer das Abenteuer Oberliga an. Solange Trainer Michael Braun die Truppe, welche in der Rückrunde der Vorsaison mit einer wahren Leistungsexplosion den Aufstieg klar machte, zur Verfügung hatte, wurde gegen fast alle Gegner auf Augenhöhe mitgespielt. Allerdings mussten die Blaugelben auch viel Lehrgeld zahlen.

Gleich zum Auftakt waren es gegen Piesteritz zwei vermeidbare Gegentore, die wohl den ersten Dreier verhinderten, andererseits aber mit der Aufholjagd zum 2:2 die intakte Moral der Truppe sichtbar gemacht wurde. Spätestens mit dem souveränen 3:0 über Gotha war die Mannschaft in der Oberliga angekommen.

Dem folgte die wohl bitterste Niederlage der Laubsdorfer. Gegen Fortuna Chemnitz durch ein frühes Gegentor in Rückstand geraten, konnte trotz eines fast 80-minütigen Sturmlaufes, mit genügend zwingenden Chancen, das Spiel nicht mehr gekippt werden. Gegen die Zweite des FC Carl Zeiß Jena gelang dann der zweite Sieg. Die bis dato gezeigten guten Heimleistungen wurden durchaus auch auf die Auswärtspartien übertragen.

Doch gerade bei den zumeist unter Profibedingungen trainierenden U23-Teams aus Dresden, Aue, Halle, Chemnitz und Erfurt, die besonders in ihren Heimspielen oft mit Verstärkung aus dem Profilager aufwarten konnten, wurden die unterschiedlichen Voraussetzungen innerhalb des 16er-Feldes deutlich gemacht. Abgesehen von der 0:7-Pleite in Chemnitz (11. Spieltag), hielt BGL aber auch dort stets gut dagegen. Zum Dauerproblem wurde dann die Tatsache, das dem Trainer nach und nach die Spieler ausgingen. Alexander Golnik fiel ab dem 4. Spieltag aus und Marcus Winkler musste nach der sechsten Runde passen. Marcus Dörry quälte sich von Spiel zu Spiel, bis auch sein Einsatz nicht mehr zu verantworten war. Nur sporadisch und zumeist angeschlagen konnte Steven Specht mitwirken. Am härtesten traf den Trainer aber der Ausfall von Kapitän Sebastian Nuhs, dem Kopf des Teams, ab dem 10. Spieltag. Abgesehen von Michael Noack, der Stammkeeper André Thoms insgesamt siebenmal in hervorragender Manier vertrat, waren diese permanenten Ausfälle von Leistungsträgern auf die Dauer nicht zu verkraften. Lediglich Sven Jordan, Hans Leupold und Matthias Jäckel konnten alle 13 Spiele bestreiten.

Doch auch unter diesen Bedingungen gab sich die Mannschaft nie auf, Sven Jordan avancierte zum Leitwolf, riss seine Teamkollegen mit und bei den mitgefährdeten Rudolstädtern holte ein absolutes Rumpfaufgebot sogar den ersten Auswärtspunkt. Trainer Michael Braun schätzt ein: "Wir hatten eigentlich gut begonnen, doch warf uns eine unglaubliche Verletzungsmisere, in deren Folge praktisch das komplette Gerüst der Mannschaft wegbrach, zurück. Die Art und Weise, wie sich das Restaufgebot aufgebäumt hat und unter anderem beim Spitzenreiter nur sehr unglücklich und knapp verlor, hat mir imponiert und nährt die Hoffnung auf eine erfolgreiche Rückrunde, in welcher wir ja, inklusive zweier Nachholespiele, neunmal daheim antreten können. Nach einer ordentlichen und intensiven Vorbereitung ab dem 10. Januar, wollen wir, mit der Rückkehr der Verletzten und einigen Neuzugängen, die mehr als nur Ergänzungsspieler sein dürften, wieder zu alter Stärke zurückfinden und mit nach wie vor intakter Moral unser Ziel, den Klassenerhalt, ansteuern."

Mannschaftsstatistik: 13 Spiele - 2 Siege, 2 Remis, 9 Niederlagen

Spielerstatistik: Einsätze: 13: Sven Jordan (in allen Spielen über die volle Zeit), Matthias Jäckel, Hans Leupold; 12: Mirko Treuger, Sven Kubis, Paul Schötzigk, Tobias Voigt; 11: Attila Szobonya; 10: Marcus Dörry; 9: Sebastian Nuhs, Christian Kiel; 8: Chris Hnyk; 7: Michael Noack, Marcus Winkler, Steven Specht; 6: André Thoms; 5: André Röhr; 4: Sebastian Knäbke; 3: Alexander Golnik, Patrick Lisinski

Torschützen: 3 Tore: Sven Jordan; 2: Marcus Dörry; 1: Matthias Jäckel, Christian Kiel, Sebastian Nuhs, Tobias Voigt