Das hat das Landessozialgericht Sachsen-Anhalt bestimmt (Az.: L 6 U 131/07).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline ( www.anwaltshotline.de) berichtet, spendete der Betroffene als 54-Jähriger seinem kranken Bruder die linke Niere. Die Organentnahme verlief zunächst erfolgreich, doch später stellten sich ständiges Unwohlsein sowie Schmerzen im Narbenbereich ein. Ein sozialmedizinisches Gutachten konstatierte eine Funktionsstörung der verbliebenen Niere mit „beginnender Retention“. Der Patient sei in seinem Beruf als Maler auf Dauer nicht mehr einsatzfähig.

Für den Versicherungsträger und das Gericht war das aber keine ausreichende Rechtsgrundlage, die geforderte Erwerbsminderungsrente oder andere Leistungen zu zahlen. Es läge kein Unfall vor. Der einzig erkennbare Eingriff in den Körper und damit die versicherte Tätigkeit des Mannes sei die Operation gewesen, welche für sich betrachtet komplikationslos verlaufen wäre. „Die für die Anerkennung als Unfall notwendige Einwirkung von außen scheidet aus, wenn das Geschehen auf einem Willensentschluss des Versicherten beruht“, erklärt Rechtsanwalt Alexander P. Taubitz die juristische Situation. Wegen der vorherigen Aufklärung des Patienten und dessen Einwilligung fehlt es laut Richterspruch „an der den Unfallbegriff prägenden Unfreiwilligkeit und Unvorhersehbarkeit“.