Die RUNDSCHAU berichtete einen Tag vor der Eröffnung von den Eindrücken, die Andreas Pöschl, Kulturamtsleiter des Landkreises und Mitinitiator der Strecke, beim Selbsttest gesammelt hatte: „Ich habe mehr Fotos geschossen als bei meinem Australien-Urlaub 2002, und Sie glauben ja gar nicht, wie vielfältig sich diese Tour gestaltet.“

Vier Tage Zeit hatte er sich damals genommen und dabei festgestellt, dass der Rundkurs nicht 250, sondern fast 300 Kilometer misst. Selten hatte der Mann, der sich auch andernorts gern einmal aufs Rad setzt, die Natur so erlebt wie im Mai jenes Jahres. Er berichtete „von bezaubernden Etappen durch Kiefern- und Buchenwälder, entlang von Elster und Elbe, vorbei an Seen und Biotopen und sogar durch ein Stück Moorgebiet.“ Und er ahnte schon damals, was heute Normalität geworden ist: Immer mehr Gäste aus Großstädten, auch aus dem Altbundesgebiet, kommen in den Elbe-Elster-Kreis, um zu radeln. „Das Ziel ist der Weg“, hatte Andreas Pöschl damals gesagt und erklärt, dass die 14 ausgewiesenen touristischen Stationen als Anker zwischendrin zu verstehen sind. Wo sonst kann man an nur einem Rundweg so viele Zeitzeugen der Energiegeschichte erleben und erfahren? Allein die unterschiedlichen Windmühlen sind das Strampeln wert. Da sind die Paltrockwindmühlen in Schönewalde und Oppelhain, die Bockwindmühlen in Lebusa, Trebbus und Elsterwerda, die Windräder bei Betten, die Holländermühle in Koßdorf, die Zeichnungen und Modelle der Schiffmühlen in Mühlberg und der Abraumförderbrücke in Plessa sowie der „liegende Eiffelturm“ (F 60) bei Lichterfeld. Aus dem Staunen raus kommt nicht mehr, wer sich Kraftwerksgeschichte in Plessa und die Verpressung der Kohle in Domsdorf sowie die Funktion des Hochpolgenerators bei Neumühl erläutern lässt.

Andreas Pöschl benötigte bei seiner Premierenfahrt vier Tage, um rundherum zu kommen. Dabei hatte der Kenner des Kreises an manchen der 14 Stationen nur mal schnell Hallo gesagt. Wer alles genau erkunden will, sollte gut eine Woche einplanen. Zahlreiche Hotels und Pensionen haben sich auf Radler längst eingestellt. Gut 80 Prozent des gesamten Wegenetzes sind asphaltierte Radwege. An etwa 200 verzinkten Hinweismasten prangt das Logo des Radweges, hunderte Aufkleber an den vorhandenen grünen Radweg-Schildchen lassen Verirren eigentlich gar nicht zu. In die Strecke einsteigen lässt sich auch gut von den Bahnhöfen in Bad Liebenwerda, Doberlug-Kirchhain, Finsterwalde oder Herzberg-West aus.