In einem über drei Jahre währenden Projekt soll der Weg Feinschliff bekommen. Vor allem aber sollen die touristischen Anbieter an der Strecke qualifiziert werden. Insgesamt 167 251 Euro stehen für Schulungen und weiteres Marketing zur Verfügung. Dabei sind die harten Faktoren – Wegebeschaffenheit, Ausschilderung, Werterhaltung – nur die eine, leichter zu händelnde Seite der Medaille. Die Menschen und Einrichtungen an der Strecke – Gastronomen, Werkstätten, Pensionen, Betreuer touristischer Objekte – so Anke Richter, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Elbe-Elster-Land, müssten den besonderen Status des Radweges für sich nutzen und mehr als bisher über den eigenen Tellerrand hinaus schauen.

Großer Wurf

Denn mit der Zertifizierung ist dem Tourismusverband ein großer Wurf gelungen. Der damit verbundene Eintrag auf der von Radlern am häufigsten genutzten Internetseite www.adfc-tourenportal.de hat den Weg im Elbe-Elster-Land deutlich bekannter gemacht. Immerhin steht er dort neben so prominenten Wegen wie dem Elbe-, Oder- oder Donau-Radweg. Auch die Veröffentlichung im deutschlandweiten Heft „Deutschland per Rad entdecken“, in dem die Kohle-Wind & Wasser-Route eine halbe Seite einnimmt, habe sich ausgezahlt. „Wir haben deutlich mehr Anfragen“, so Richter. Jörg Krause von der Tourismus GmbH – Land und Leute, der das EE-Team bei der Qualitätsoffensive unterstützt, bekräftigt das. Und er weiß: „Jetzt gibt es auch noch eine App zu den Qualitätsrouten, das wird sich langfristig ebenfalls bemerkbar machen.“ Überhaupt gewinne die Internetpräsenz eine immer größere Bedeutung.

Gäste wollen Service

Doch was im Netz versprochen wird, müsse in der Praxis auch gehalten werden. Die deutschlandweiten Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 44 Prozent der Menschen nutzen im Urlaub das Fahrrad, 80 Prozent der Radler geben pro Woche mehr als 450 Euro aus. Ein Trend, den Monika Wendland in ihrer Mühlberger Pension bestätigen kann. „Wir hatten 1776 Übernachtungen und 1003 Gäste – 2011 war richtig gut“, sagt sie. Auch sie hat beobachtet, dass die Gäste nicht sparsam sind: „Sie wollen gut frühstücken und essen oft sehr gut zu Abend.“ Immer mehr würden Serviceleistungen nutzen wollen, unter anderem auch den Gepäcktransport von Etappe zu Etappe. Und sie sind dankbar, wenn Inhaber der einen Station schon Serviceleistungen für den nächsten Abschnitt erbringen. Zum Beispiel, einen Besuch in einem Museum vorbestellen, ein gutes Lokal empfehlen, eine besonders reizvolle Aussicht nennen. Tourismusanbieter auf der Strecke müssten sich noch mehr als Partner, nicht als Konkurrenten sehen und sich gegenseitig weiterempfehlen, so Anke Richter.

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Zum ThemaDie Kohle-, Wind- & Wasser-Tour ist 247 Kilometer lang und steuert 14 Orte mit touristischen Besonderheiten an. Mehr auf www.elbe-elster-land.de.